Dietmar Kühbauer stand am Sonntag in Linz im Mittelpunkt eines Abends, der für den LASK in die Vereinsgeschichte eingeht. Nach dem 3:0 bei Austria Wien hatten die Linzer den ersten österreichischen Titel seit 61 Jahren und damit das Double perfekt gemacht. Auf der Bühne umarmte Kühbauer seine Spieler, sang bei „We Are the Champions“ mit und ließ sich von den Fans mit „Didi“-Rufen feiern.
Der 55-Jährige sagte später den Satz, der den Triumph auf den Punkt brachte: „Mehr als das Double geht in Österreich nicht“. Es war der Lohn für eine Saison, in der der LASK den letzten Schritt in Wien machte und danach in Linz mit Spielern, Betreuern und Anhängern feierte. Die Mannschaft schob Kühbauer nach dem feststehenden Titel auf der Bühne vor die Unterstützer, als wollte sie klar machen, wer an diesem Abend im Zentrum stand.
Kühbauer ist in Burgenland geboren und seit Jahren eine der prägenden Figuren der Bundesliga. Als Spieler gewann er einen Meistertitel, einen Cup, stand in einem Europacup-Finale und nahm an einer Weltmeisterschaft teil. Später trainierte er fünf Bundesliga-Clubs, nämlich Admira, WAC, St. Pölten, Rapid und LASK, wobei er WAC und LASK jeweils zweimal betreute. Dass er nun ausgerechnet mit dem LASK nach 61 Jahren wieder ganz oben steht, passt zu einem Karrierebogen, der immer wieder an großen Momenten hing.
Gleichzeitig war die Feier auch ein weiterer Hinweis darauf, dass Kühbauer heute anders wirkt als in seinen frühen Trainerjahren. Er selbst sagte, er habe sich in den letzten Jahren verändert. Früher habe er seine Emotionen als Coach nicht immer im Griff gehabt, erklärte er, seit seiner zweieinhalbjährigen Pause und dem erneuten Einstieg sei er ein anderer Mensch. Heute, so Kühbauer, hätten die Menschen mehr Freude mit ihm, weil er ein Typ sei, sich aber nicht verstelle. Auch der letzte Hater werde irgendwann merken, dass er nicht mehr der Didi sei, der er als Spieler war.
Genau darin liegt die Spannung nach diesem Titelabend: Der Erfolg mit dem LASK ist abgeschlossen, die nächste Station aber offen. Kühbauer sagte, ein Engagement im Ausland sei sein erklärter Wunsch. Wann und ob es dazu kommt, ließ er offen. Auf die Frage nach dem Blick nach vorn antwortete er nur: „Was für mich kommt, wird sich weisen“.
Dass seine Rolle nicht allein mit Taktik zu erklären ist, zeigte auch ein Satz von Sasa Kalajdzic, der Kühbauer als „vielleicht der beste Trainer“ bezeichnete. Vor allem aber sprach aus den Szenen in Linz etwas, das im Fußball selten planbar ist: ein Team, das seinen Trainer nach einem historischen Erfolg nicht am Rand stehen ließ, sondern ihn in die Mitte zog. Kühbauers Satz vom Wir statt vom Ich war an diesem Abend keine Floskel, sondern das Bild des ganzen Abends.

