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Tierquälerei in Tirol: Vier Männer stellen sich nach grausamer Tat in Brixen

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Vier Männer sollen Ende April in Brixen im Thale in Tirol eine Katze getötet haben. Das Tier wurde dabei gefilmt, das Video verbreitete sich rasch im Netz, und am Donnerstag stellten sich die Verdächtigen im Alter zwischen 16 und 24 Jahren der Polizei.

Nach den vorliegenden Angaben versuchten mehrere der Männer zunächst, die Katze mit einem Bolzenschussgerät zu töten. Als das schwer verletzte Tier noch lebte und zuckte, schlug einer der Beteiligten mit einer Schneeschaufel zu. Während des Angriffs lachten die Männer und machten geschmacklose Bemerkungen. Die Tat steht damit nicht nur für brutale Tierquälerei, sondern auch für eine Eskalation, die vor laufender Kamera festgehalten wurde und nun strafrechtliche Folgen haben dürfte.

Der Fall bekam auch deshalb so viel Aufmerksamkeit, weil das Video viral ging und die Namen der mutmaßlich Beteiligten im Umlauf waren. Nach der Veröffentlichung kam es online zu Beleidigungen und Drohungen gegen Verdächtige, aber auch gegen ihre Familien, Freunde, Arbeitgeber und Vereine. Ein Arbeitgeber trennte sich bereits Tage vor der Selbststellung fristlos von einer beschuldigten Person. Auch die SkiWelt Wilder Kaiser - Brixental, bei der ein weiterer mutmaßlich Beteiligter beschäftigt war, äußerte sich nach Bekanntwerden des Falls auf Facebook.

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Der zog unterdessen Konsequenzen und schloss ein Mitglied aus, das nach Vereinsangaben bei der Tat anwesend gewesen sein soll. Das Mitglied gehöre ab sofort nicht mehr zum Verein oder zur Gruppe, hieß es. Der Verein betonte zugleich, die Handlungen spiegelten weder die eigenen Werte noch die Gemeinschaft wider. Man distanziere sich entschieden von jeglicher Form von Tierquälerei und Gewalt; für ein solches Verhalten gebe es keinerlei Verständnis oder Akzeptanz. Zugleich forderte der Verein eine gerechte Bestrafung der Täter.

Der Verein warnte aber auch vor einer zweiten, weniger sichtbaren Eskalation. Es würden falsche Personen beschuldigt, Namen und Adressen veröffentlicht, Unternehmer hineingezogen und Menschen massiv bedroht, hieß es. Gerechtigkeit bedeute nicht, dass im Internet jeder selbst Richter spiele, und sie bedeute auch nicht, dass unschuldige Menschen öffentlich fertiggemacht oder bedroht würden. Wut und Forderungen nach Konsequenzen seien legitim, doch Hass, Hetze, Drohungen und falsche Anschuldigungen überschritten eine Grenze.

Jetzt rückt vor allem die strafrechtliche Aufarbeitung in den Mittelpunkt. Vier junge Männer haben sich gestellt, ein Verein und ein Betrieb haben bereits reagiert, und die Frage ist nicht mehr, ob der Fall Folgen hat, sondern wie weit sie reichen werden.

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