Ralf Rangnick hat am Montag in Wien den 26-köpfigen Kader der österreichischen Fußballnationalmannschaft für die Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika bekanntgegeben. Mit Sasa Kalajdzic und Florian Wiegele stehen zwei Spieler im Aufgebot, die Austria auf dem Weg zurück auf die größte Bühne tragen sollen.
Die auffälligsten Namen, die fehlen, sind Maximilian Wöber, Gernot Trauner und Leopold Querfeld. Alle drei standen auf der Abrufliste, ebenso Sascha Horvath. Rangnick sagte, es habe vor allem im Zentrum der Abwehr schwierige Entscheidungen gegeben. Nach Wöbers erneuter Verletzung habe sich die Frage gestellt, ob es sinnvoll sei, auf seine vollständige Genesung zu hoffen. Bei Trauner sei es zunächst schon fast ausgeschlossen gewesen, dann habe er vier Wochen gespielt, zuletzt aber länger gefehlt als gespielt. Die beiden Verteidiger habe er in persönlichen Gesprächen über die Entscheidung informiert.
Für Austria ist die Auswahl auch deshalb mehr als ein bloßer Kaderzettel, weil sie die Richtung für die kommenden vier Wochen vorgibt. Am 1. Juni steht in Wien der Test gegen Tunesien an, am 17. Juni folgt das erste WM-Spiel gegen Jordanien. Rangnick sagte, die Mannschaft wolle so weit kommen wie möglich und weiter gehen als bei der Europameisterschaft. Dafür brauche es Spieler, die das ganze Turnier gesund bleiben und durchspielen können. „Wenn wir mit diesem Kader rüberfliegen können, traue ich uns auch einiges zu“, sagte er.
Der Bundestrainer machte zugleich klar, dass die Auswahl nicht nur auf Form, sondern auf Turnierlogik beruht. Im zentralen Mittelfeld habe man abgewogen, was aus Spielen und Lehrgängen bekannt sei, aber auch die Anforderungen eines langen Wettbewerbs berücksichtigt. Auf der Torhüterfrage will sich Rangnick noch nicht festlegen. Die Nummer eins sei offen, die Entscheidung müsse jetzt noch nicht fallen, sagte er, weil es bis zum Turnier noch Vorbereitung gebe.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem 2,05 Meter großen Keeper Florian Wiegele. Rangnick sagte, er habe ein völlig anderes Profil als alle anderen Torhüter. Seine Feldspieler hätten kaum glauben können, wie er in den ersten Einheiten bei der „Hösche“ mitgespielt habe. Einen solchen Torhüter gebe es in Österreich womöglich nicht noch einmal, sagte Rangnick. Für Tobias Lawal bleibt dagegen nur die Zuschauerrolle, wie schon bei der Euro 2024 im Vorjahr. Er verpasst das Turnier erneut.
Bemerkenswert ist auch die Besetzung im deutschen Oberhaus. Neben Kalajdzic stehen mit Alexander Schlager und Alessandro Schöpf nur zwei weitere Bundesliga-Profis im WM-Kader. Paul Wanner und Carney Chukwuemeka haben sich in diesem Jahr ebenfalls einen Platz im Aufgebot gesichert. Rangnick sagte, im Kader sei jede Position doppelt besetzt, beim Torhüter, Innenverteidiger und Stürmer sogar mehrfach. Genau diese Breite soll Austria helfen, wenn die WM in Nordamerika in ihre entscheidende Phase geht.
Die drei aus dem Kader gefallenen Innenverteidiger waren schon im März nicht dabei. Rangnick sagte, die Auswahl für diesen Bereich sei besonders heikel gewesen, weil mehrere Spieler über längere Zeiträume verletzt gewesen seien. Dass er sich nun gegen Wöber, Trauner und Querfeld entschied, zeigt, wie stark die Planung auf Belastbarkeit ausgerichtet ist. Der Weg zur WM beginnt für Austria damit nicht erst am 17. Juni, sondern mit einer Mannschaft, die schon jetzt für ein langes Turnier zusammengestellt wurde.

