Am 4. Juni 2026 feiern Katholiken in Deutschland Fronleichnam. Das Fest fällt damit auf den zweiten Donnerstag nach Pfingsten und gehört in mehreren Bundesländern zu den gesetzlichen Feiertagen.
In Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland bleibt der Tag arbeitsfrei. In Teilen von Sachsen und Thüringen gibt es ebenfalls Freistellungen, etwa im Eichsfeld und in der sorbisch-katholischen Enklave Bautzen, Wittichenau und Kamenz. In den sorbisch-katholischen Gemeinden der Oberlausitz ist Fronleichnam sogar ein gesetzlicher Feiertag.
Für katholische Sorben ist der Tag seit langem mehr als ein freier Termin im Kalender. Traditionell begehen sie ihn mit einer feierlichen Prozession durch Crostwitz in Sachsen. Die katholische Kirche begeht das Fest des allerheiligsten Leibes und Blutes Christi seit dem 13. Jahrhundert.
Der Name Fronleichnam geht auf mittelhochdeutsche Wörter zurück: „Fron“ steht für „Herr“, „Lichnam“ für den lebenden Leib. Genau darin liegt der Sinn des Feiertags. Er erinnert an die katholische Lehre von der Gegenwart Christi in Brot und Wein und erklärt, warum der Tag in einigen Regionen Deutschlands fest verankert ist, während er andernorts ein normaler Werktag bleibt.
Der Bruch zwischen bundesweiter Bedeutung und regionalem Alltag macht Fronleichnam 2026 besonders sichtbar. Während Millionen Beschäftigte in den genannten Ländern frei haben, richten sich katholische Gemeinden in Sachsen und Thüringen nach lokalen Regelungen. Für den 4. Juni ist damit klar: Der Feiertag ist religiös alt, rechtlich je nach Region unterschiedlich und in einigen Gemeinden bis heute ein fester Teil des öffentlichen Lebens.

