Manchester United hat im letzten Premier-League-Heimspiel der Saison gegen Nottingham Forest kaum noch etwas Zählbares auf dem Spiel, aber die Partie im Old Trafford bleibt mehr als ein formaler Abschluss. Für die Mannschaft ist es die Chance, mit einem Sieg in die Pause zu gehen und einem wechselhaften Jahr doch noch ein positives Gefühl zu geben.
Das ist nicht wenig für ein Team, das über weite Strecken zwischen Aufbruch und Rückschlag schwankte. United hat in den vergangenen sieben Ligaspielen viermal gewonnen, zweimal unentschieden gespielt und nur einmal verloren. Seit Michael Carrick die Mannschaft nach einer chaotischen Phase unter Ruben Amorim übernommen hat, wirkt sie wieder etwas stabiler. Genau diese kleine, aber spürbare Ordnung soll nun auch gegen Forest halten.
Die Zahlen erklären, warum die Stimmung vor dem Spiel vorsichtig zuversichtlicher ist als noch vor einigen Wochen. Vier Siege, zwei Remis und nur eine Niederlage in sieben Partien sind kein Beweis für eine vollständige Wende, aber sie sind genug, um den Blick auf das Saisonende weniger düster wirken zu lassen. Carrick hat die Mannschaft nach einer unruhigen Phase übernommen und zumindest verhindert, dass die Saison im Lärm endet.
Das Heimspiel ist zugleich der letzte Premier-League-Auftritt der Saison vor den eigenen Fans in Old Trafford. Für United geht es dabei auch um den Eindruck, den eine Mannschaft hinterlässt, wenn die Tabelle kaum noch Druck erzeugt. Forest reist ebenfalls mit wenig offenem Punktekampf an, was die Partie zu einem Treffen zweier Teams macht, die vor allem um ein sauberes Ende ringen.
Genau darin liegt die kleine Reibung dieses Abends: Wenn es fast nichts mehr zu holen gibt, wird jedes Detail zur Aussage über den Zustand einer Mannschaft. United hat in diesem Stadium der Saison die Möglichkeit, den eigenen Anhängern nicht nur einen Pflichttermin zu liefern, sondern ein Ergebnis, das den Blick auf die vergangenen Monate etwas milder macht. Das ist der eigentliche Wert dieser Partie.
Für Carrick wäre ein weiterer Erfolg mehr als nur eine Statistik. Er würde den Eindruck festigen, dass die Mannschaft nach dem schwierigen Abschnitt unter Amorim wieder belastbarer geworden ist. Und für United wäre es ein würdiger Schlussakkord vor dem letzten Schritt aus einer Saison voller Schwankungen.

