Eintracht Frankfurt holt Noel Futkeu zurück. Der Bundesligist gab am 20. April 2026 bekannt, dass der 23 Jahre alte Stürmer aus dem Vertrag mit Greuther Fürth per Rückkaufklausel herausgelöst wird und für 1,3 Millionen Euro an den Main zurückkehrt.
Fürth verliert damit den Angreifer, der seine Saison geprägt hat. Futkeu kam seit seinem Wechsel von Frankfurts U21 im Sommer 2024 für Fürth auf 33 Pflichtspiele, erzielte 18 Treffer und bereitete fünf weitere Tore vor. Damit war er an 50 Prozent aller Fürther Treffer in dieser Spielzeit beteiligt. Kein anderer Spieler im Kader kam auch nur in die Nähe dieser Quote. Felix Klaus steht mit sieben Toren an zweiter Stelle der vereinseigenen Torschützenliste.
Die Rückkehr kommt in einem Moment, in dem Futkeu sportlich auf dem Höhepunkt seiner Fürther Zeit steht. Vor der Veröffentlichung dieses Berichts hatte er in vier Pflichtspielen nacheinander getroffen. Am 30. Spieltag schoss er beim 3:2-Heimsieg gegen Darmstadt 98 einen Hattrick. Knapp zwei Wochen vor dem jetzigen Termin half er Fürth außerdem beim 1:1 im fränkischen Derby. Frankfurt bekommt also nicht irgendeinen Ergänzungsspieler zurück, sondern einen Stürmer, der in der 2. Bundesliga gerade Woche für Woche geliefert hat.
Fürstlich ist daran aus Fürther Sicht nichts. Vor dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf stand die Mannschaft auf Platz 17 und damit auf einem direkten Abstiegsrang. Ein Unentschieden oder eine Niederlage würde Fürth in die 3. Liga schicken, erstmals seit 1997. Ein Sieg könnte den Club vorerst auf den Relegationsplatz heben. Genau deshalb trifft die Frankfurter Entscheidung Fürth mitten im Existenzkampf.
Trainer Miroslav Klose beschrieb Futkeu schon vor dessen Abgang als „einen sehr spannenden Stürmer“. Er sei sehr beweglich, finde eigene Räume und sei immer aktiv, sagte Klose. Dazu komme eine gewisse Ruhe im Ballbesitz. Futkeu erkenne, wann der Verteidiger abgelenkt sei, wann er in den Raum hinter die Kette starten könne und wann er sich kurz fallen lassen müsse. Für Verteidiger sei er schwer zu kontrollieren. Diese Einschätzung passt zu den Zahlen, die Frankfurt nun zurückholt: 18 Tore, fünf Vorlagen und ein Spieler, der bei Fürth fast die Hälfte aller Treffer direkt beeinflusst hat.
Dass Frankfurt die Rückkaufklausel zieht, zeigt auch, wie eng der Transfer von 2024 kalkuliert war. Der Wechsel aus der U21 nach Fürth gab dem Stürmer Spielzeit, Frankfurt sicherte sich zugleich die Möglichkeit zur späteren Rückholung. Jetzt greift der Plan, während Fürth noch um den Klassenerhalt ringt. Für den Club bleibt vor allem die Aufgabe, den Rest der Saison ohne seinen wichtigsten Vollstrecker zu überstehen.

