SC Paderborn reist am Sonntag mit einer kleinen, aber echten Aufstiegschance nach Darmstadt. Beim Auswärtsspiel bei SV Darmstadt 98 um 15.30 Uhr auf Sky braucht die Mannschaft von Ralf Kettemann drei Punkte, um im Rennen um die Bundesliga zu bleiben.
„Es gibt eine Möglichkeit, dass wir aufsteigen, und das ist zu gewinnen“, sagte Kettemann vor der Partie. Der 39-Jährige machte zugleich deutlich, dass Paderborn nur dann auf einen weiteren Schritt in Richtung Bundesliga hoffen kann, wenn auch Elversberg und Hannover am letzten Spieltag patzen. Die Konstellation hängt also nicht nur am eigenen Auftritt, sondern auch an den Resultaten der Konkurrenz.
Für Paderborn ist es ein ungewöhnlicher Sonntag. Noch vor wenigen Tagen schien die Aufstiegschance des Teams bereits vertan, doch durch Ausrutscher der Mitbewerber blieb sie am vergangenen Spieltag doch noch bestehen. Dass die Mannschaft nun überhaupt noch über den Aufstieg sprechen kann, sei laut Kettemann nicht selbstverständlich. „Dass wir jetzt hier sitzen und noch einmal eine Chance haben, um den Aufstieg mitzuspielen, damit war nicht zu rechnen. Dementsprechend hat es was Erfrischendes. Wir können aber nicht wegdiskutieren, dass es um viel geht“, sagte er.
Der Trainer sprach offen davon, dass die Mannschaft in einer „sehr speziellen Situation“ sei. Paderborn sei lange oben dabei gewesen und habe das Ziel Aufstieg verfolgt. „Wir waren lang oben dabei, haben das Ziel aufzusteigen. Und dafür braucht es drei Punkte. Das ist uns allen bewusst“, sagte Kettemann. Genau deshalb will er die Spannung nicht wegbügeln, aber auch nicht größer werden lassen als nötig.
In der Trainingswoche änderte Kettemann dafür den Rhythmus und verbrachte weniger Zeit auf dem Platz, um mehr Lockerheit zu erzeugen. „Die Konstellation ist besonders genug. Wir waren einmal weniger auf dem Platz, um Lockerheit reinzubekommen und die Birne freizubekommen“, sagte er. Auf der Bank ging der Coach noch einen Schritt weiter und verbot am Spieltag die Handynutzung. Er will die Mannschaft damit auf das Spiel fokussieren und zugleich ein wenig Leichtigkeit bewahren. Kettemann sprach von einem „guten Mix aus Lockerheit, Vorfreude und Anspannung“.
Sportlich muss Paderborn dabei auf Raphael Obermair verzichten, der in Darmstadt fehlt. Steffen Tigges kehrt nach seiner Sperre zurück, während Felix Götze weiter fraglich ist. Gerade in einem Spiel, in dem es um drei Punkte und mögliche Schützenhilfe von außen geht, bekommt jede Personalie Gewicht.
Die Lage ist damit klar: Paderborn braucht selbst einen Sieg und ist zugleich auf Ergebnisse von Elversberg und Hannover angewiesen. Das macht das Spiel in Darmstadt nicht nur zu einer normalen Ligapartie, sondern zu einer Partie, in der jeder Treffer und jeder Zwischenstand auch in Paderborn mitgedacht wird. Für einen Klub, der den Aufstieg in die Bundesliga zum dritten Mal in seiner Geschichte schaffen will, ist das die letzte offene Tür.

