Sam Battle hat Großbritannien am Samstagabend in Wien mit seinem Song „Eins, Zwei, Drei“ vertreten und am Ende den letzten Platz belegt. Der 37-jährige Musiker, auch bekannt als Look Mum No Computer, bekam im Publikumsvoting nul points und von der Jury nur einen Punkt.
Der Auftritt war so schräg wie angekündigt: Battle stand in einem pinken Overall auf der Bühne, spielte ein Synthesizer-Setup, während Tänzer in flauschigen Kopfbedeckungen in einer Scheinwerkstatt neben ihm performten. Am Schluss landete er selbst in einem Karton. Der Song war ein zany elektronischer Pop-Titel mit starkem Synth-Einsatz, und noch vor dem Finale hatte Battle gesagt, er sei „happy to be an underdog“.
Vor dem Auftritt hatte Battle in einem Gespräch mit The Independent erklärt, niemand habe die komplette Nummer wirklich gesehen und es gebe „viel mehr, als auf den ersten Blick sichtbar ist“. Er hoffte, die Performance werde das Publikum überraschen. Genau darauf setzte die britische Seite auch bei einer Inszenierung, die im Vorfeld bereits Gegenwind auf sozialen Medien ausgelöst hatte. Mehr Hintergründe zu dem Auftritt finden sich auch in der Vorankündigung zu Sam Battle als britischem Außenseiter und in der Einordnung des deutschen Songtitels, mit dem er antrat.
Für Großbritannien war das Ergebnis dennoch mehr als nur ein schiefer Abend. Battle wurde der dritte britische Act in Folge, der im Publikumsvoting nul points erhielt. 2024 war das Olly Alexander passiert, 2025 traf es Remember Monday. Dass ausgerechnet ein YouTube-Star und Musiker wie Battle das Muster fortschreibt, zeigt, wie wenig der britische Eurovision-Ansatz derzeit beim Fernsehpublikum ankommt, selbst wenn die Idee auf der Bühne laut, verspielt und bewusst unberechenbar daherkommt.
Nach dem Wettbewerb meldete sich Battle in sozialen Medien und bezeichnete Bulgarien als den „deserved winner“ des Contests. Damit war der Abend für ihn sportlich schnell abgehakt, inhaltlich aber nicht erledigt: Die britische Auswahl bleibt unter Druck, weil sich der Abstand zwischen Online-Aufmerksamkeit, Jury-Zuspruch und Publikumsresonanz weiter vergrößert. Nach diesem Ergebnis steht vor allem eine Frage im Raum, die die kommenden Monate prägen dürfte: findet Großbritannien für den Wettbewerb endlich einen Beitrag, der nicht nur auffällt, sondern auch Stimmen holt.

