Dynamo Dresden spielt am Sonntag im Saisonfinale gegen Holstein Kiel. Trotz der mathematisch weiter offenen Relegationsgefahr liegt das Risiko nach Berechnungen von Mathematikern nur noch bei 0,4 bis 0,9 Prozent.
Damit Dresden doch noch in die Abstiegsrelegation rutscht, müssten mehrere Ergebnisse zusammenkommen: Düsseldorf müsste gegen Fürth gewinnen, Braunschweig bei Schalke siegen und Bielefeld Hertha BSC schlagen. Erst dann würde es für Dresden eng; in diesem Fall bräuchte die Mannschaft gegen Kiel mindestens einen Punkt, solange Arminia nicht mit vier Toren gewinnt.
Thomas Stamm will sich davon nicht treiben lassen. Für ihn sei es nicht entscheidend, was auf den anderen Plätzen passiere, sagte der Trainer. Wichtig sei vielmehr, dass ein Teil des Staffs die Resultate kenne und ihn gegebenenfalls beeinflussen könne, damit er sich ganz auf das Spiel konzentrieren könne.
Der 2. Bundesliga-Spieltag am Ende der Saison ist damit ein weiteres Beispiel für eine ohnehin ungewöhnliche Relegationslage. Die Konstellation bleibt fast schon theoretisch, ist aber rechnerisch eben nicht ausgeschlossen. Genau deshalb will Dynamo den Blick nach innen richten und nicht auf die Live-Ticker in Düsseldorf, Braunschweig oder auf Schalke.
Auch Niklas Hauptmann denkt nicht in Wahrscheinlichkeiten, sondern an einen Sieg gegen Kiel. Der Mittelfeldspieler sagte, er sei einige Wochen mit vier gelben Karten herumgelaufen, im Spiel denke er ehrlicherweise nicht daran. Er versuche dann, einfach sein Ding zu machen. Hauptmann nannte es die einfachste Lösung, zu gewinnen, damit man nicht nach links und rechts schauen müsse. Als schlimmstes Szenario gilt aus Dresdner Sicht die Kombination aus Relegationsplatz und einer fünften gelben Karte für ihn gegen Holstein.
Für zusätzliche Brisanz sorgt Phil Harres. Der Kieler Topscorer kehrt zu seinem früheren Klub Dynamo Dresden zurück und blickt dem Wiedersehen laut Darstellung mit gemischten Gefühlen entgegen. So trifft am Sonntag nicht nur ein Aufstiegsteam auf einen Gegner mit minimalem Restzweifel, sondern auch ein Spieler auf seinen alten Verein. Für Dresden ist das Ziel trotzdem klar: ein Punkt, am besten drei, und ein Abschluss ohne Rechnen.

