Hamburger SV hat sich mit einem 1:1 bei Bayer Leverkusen in die Sommerpause verabschiedet und die Bundesliga-Saison als 13. mit 38 Punkten beendet. Für Merlin Polzin war es mehr als ein nüchterner Abschluss. Der 35 Jahre alte Trainer sagte nach dem letzten Spieltag, die Mannschaft habe genau das gezeigt, wofür sie über die Saison hart gearbeitet habe.
Polzin stellte dabei vor allem den Weg dorthin in den Mittelpunkt. Die Momente und das Gefühl von Erfolg seien nicht von selbst entstanden, sagte er, dafür habe der HSV verdammt viel tun müssen. Dass Fabio Vieira für Hamburg traf und Sander Tangvik sogar einen Strafstoß von Patrik Schick hielt, passte für Polzin zu diesem Bild eines Teams, das sich seinen Punkt in Leverkusen erarbeitet hatte.
Besonders Tangvik bekam vom Trainer viel Lob. Der Norweger hatte Daniel Heuer Fernandes ersetzt und seit dem Winter die Mannschaft nach Polzins Worten besser gemacht. Für den Sommer sei das ein deutliches Ausrufezeichen, sagte er, weil Norwegen sich auf Tangvik verlassen könne, wenn er gebraucht werde. Der Keeper habe sich seit Winter sichtbarer in den Vordergrund gespielt, nicht nur im Trainingszentrum, sondern auch darüber hinaus in Deutschland.
HSVs Saison endete damit ordentlich, ohne Euphorie, aber auch ohne den Eindruck eines reinen Übergangsjahres. Polzin sagte, man solle sich nicht in Leihspieler verlieben. Bei den ausgeliehenen Profis herrsche wenig Wehmut, dafür große Dankbarkeit. Gemeint war damit auch Vieira, der als Leihspieler von Arsenal gekommen war und voraussichtlich wieder gehen wird. Der Portugiese selbst fasste seine Zeit in Hamburg so zusammen, dass er eine gute Saison gespielt habe, am wichtigsten aber gewesen sei, dass der HSV sein Ziel erreicht habe.
Dass Hamburg in der kommenden Spielzeit wieder nur noch einen Klub in der Bundesliga stellen wird, verleiht dem Abschluss zusätzlich Gewicht. Der Abstieg von FC St. Pauli macht den HSV erstmals seit der Saison 2017/18 wieder zum einzigen Hamburger Verein im Oberhaus. Für den Club ist die Rückkehr nach langer Abwesenheit damit zunächst bestätigt, nicht als spektakulärer Durchbruch, aber als belastbarer Neustart.
Die Zahlen des Abends erzählen dieselbe Geschichte: ein Auswärtspunkt bei Bayer Leverkusen, ein gehaltener Elfmeter, ein Torschütze wie Vieira und am Ende Platz 13. Polzins Bilanz klingt deshalb nicht nach Zufall, sondern nach einem Team, das nach seiner Rückkehr in die Bundesliga genug Substanz gesammelt hat, um nicht wieder sofort in den Alltag der Abstiegsangst zu rutschen.

