Lesen: Dtm: Grasser testet neuen Temerario GT3 auf Rosberg-Prüfstand

Dtm: Grasser testet neuen Temerario GT3 auf Rosberg-Prüfstand

Veröffentlicht
3 Min. Lesezeit
Anzeige

Das -Team Grasser hat den neuen Temerario GT3 von Montag bis Freitag vergangener Woche auf dem Hightech-Prüfstand von getestet. In Neustadt an der Weinstraße, direkt neben der früheren Werkstatt des ehemaligen DTM-Teams, lieferten sich Ingenieure und Fahrer fünf Tage lang eine ungewöhnlich präzise Probe eines Autos, das erst noch verstanden werden will.

nannte den Einsatz im Anschluss „sehr vorteilhaft“. Er sagte auch: „Wir haben zwei, drei Dinge beim Auto erkannt, bei denen es sicher Handlungsbedarf gibt und wir etwas machen können.“ Genau darum geht es bei diesem Programm: nicht um Rundenzeiten auf offener Strecke, sondern um das systematische Freilegen jener Punkte, an denen der Temerario GT3 noch nicht so arbeitet, wie es die Mannschaft braucht.

Der Prüfstand von Team Rosberg Engineering gehört former Formel-1-Weltmeister und besteht aus einem sogenannten Seven Poster zur vertikalen Dynamik sowie einem K&C-Prüfstand, mit dem sich die gesamte Aufhängung messen lässt. Schon Anfang Mai hatte das -Team den Temerario GT3 dort eingesetzt, nachdem Rutronik in diesem Jahr auf Lamborghini gewechselt war und in der startet. Beide Teams suchen damit nach belastbaren Daten für ein neues Auto, dessen Potenzial erst Schritt für Schritt sichtbar wird.

- Advertisement -

beschrieb den Vorteil des Systems so: „Der Prüfstand bietet den Vorteil, dass man alles reproduzierbar messen kann und dabei keinen Verschleiß hat“. Dazu komme, dass man „keinen Kraftstoff und keine Reifen“ verbrauche, „keine Streckenmiete“ zahle und unabhängig von Wind und Wetter sei. Für Teams, die in der GT World Challenge Europe und in der DTM während der Saison nur sehr eingeschränkt testen dürfen, ist das ein erheblicher Vorteil. Der Prüfstand macht nicht nur Vergleichbarkeit möglich, sondern spart auch die Ressourcen, die ein klassischer Testtag auf der Strecke verschlingt.

Technisch läuft das über Track Replay. Dafür werden ganze Strecken in den Seven Poster geladen und das Fahrverhalten in Echtzeit unter möglichst rennnahen Bedingungen simuliert. Die Daten stammen aus echten Autos mit zahlreichen Sensoren auf realen Kursen. Während der Simulation werden die Räder von vier hydraulischen Aktuatoren vertikal angeregt, drei weitere Aktuatoren bilden Aerodynamik sowie das Nicken und Wanken beim Bremsen und Beschleunigen nach. Wenn sich ein Auto nicht so verhält, wie es der Fahrer gerne hätte, werden in der Regel bestimmte Streckenabschnitte noch einmal nachgefahren, um das Set-up der Aufhängung zu prüfen und zu optimieren.

Premel sagte dazu: „Ich verstehe, dass Rutronik und Grasser großes Interesse daran haben, zu verstehen, warum das Fahrzeug im Moment so ist wie es ist“. Der Prüfstand liefere dafür die Grundlage: „Wir bieten die komplette Voraussetzung, um das zu ermitteln - und daran arbeiten wir natürlich.“ Er ergänzte, die Renningenieure wüssten dann meist recht genau, „welcher Klick welche Veränderungen hervorruft“. Auch ein anderes Team nutzte den Prüfstand in diesem Jahr bereits: mietete die Anlage mit einem McLaren. Für die Technik spricht nicht zuletzt der Preis des Aufbaus, der mehr als drei Millionen Euro gekostet hat.

Der nächste echte Härtetest folgt schon bald. Für nächste Woche ist ein offizieller Test für das 24-Stunden-Rennen in Spa angesetzt. Dann zeigt sich auf der Strecke, was aus den Daten und Korrekturen aus Neustadt an der Weinstraße geworden ist. Der Prüfstand ersetzt das Rennen nicht, aber er verkürzt den Weg dorthin spürbar.

Anzeige
Diesen Artikel teilen