Großbritannien geht beim ESC 2026 mit „Eins, Zwei, Drei“ ins Rennen. Der Beitrag ist zumindest teilweise deutschsprachig und stammt von Sam Battle, der unter dem Künstlernamen Look Mum No Computer auftritt und von der intern ausgewählt wurde.
Der Song beginnt mit der Zeile „So sick of doing the whole 9 to 5“ und wird auf Battles selbst gebautem Synthesizer „Kosmo“ gespielt. Die Titelidee entstand, als Battle beim Verrücken eines Sofas auf Deutsch „eins, zwei, drei“ zählte. Das Zählen blieb hängen. Daraus wurde der Wettbewerbsbeitrag, der sich schon im Titel deutlich von den üblichen ESC-Pop-Formeln absetzt.
Battle wurde am 3. Februar 1989 in Grantham geboren und war früher Frontmann der Indie-Rock-Band Zibra. Bekannt wurde er später vor allem mit Eigenbauten, die in der elektronischen Szene eher wie Ausstellungsstücke wirken als wie klassische Instrumente: eine Orgel aus Furby-Spielzeugen, musizierende Star-Wars-Droiden und ein Fahrrad, das zum Synthesizer wurde. Seine Kreationen haben in Ramsgate mit „This Museum Is Not Obsolete“ inzwischen ein eigenes Zuhause.
Am Lied arbeiteten neben Battle auch Thomas Stengaard, Julie Aagaard und Lasse Midtsian Nymann mit. Stengaard schrieb bereits am dänischen Siegertitel „Only Teardrops“ mit, Nymann war am Schweizer Gewinnerbeitrag „The Code“ beteiligt. Damit holt sich Großbritannien für ESC 2026 nicht nur einen Eigenbrötler aus der Bastelwerkstatt, sondern auch Autoren an Bord, die den Wettbewerb kennen.
Gerade darin liegt der Reiz dieses britischen Beitrags: Er kommt nicht aus einem glatten Pop-Setup, sondern aus Battles Werkstatt- und Bastelumfeld. Dass Großbritannien diesmal auf einen ungewöhnlichen, teilweise deutschsprachigen Song setzt, ist mehr als ein Gag mit Sprachwechsel. Es ist ein bewusster Bruch mit der Erwartung, dass der ESC-Eintrag der Briten vor allem glatt, breit gefällig und komplett englisch sein müsse. Die Frage war also nie, ob Battle etwas Auffälliges liefert. Sie ist beantwortet: Er liefert einen Titel, der schon im Namen sagt, dass er anders sein will, und das tut er auch musikalisch.

