Beatrice Turin und Aminata Sanogo haben am Abend vor dem großen Finale des Eurovision Song Contest zur ESC-Party der Extraklasse geladen. In der Adresse Graben 28 versammelte sich die heimische Society zu einem Private Viewing mit Blick über Wien, rund 70 VIPs kamen zusammen.
Unter den Gästen waren mit Gary Lux, Stella Jones, Simone Lugner, Andy Lee Lang und Christian Mucha mehrere Namen, die dem österreichischen Show- und Society-Leben seit Jahren vertraut sind. Auch Heribert Kasper, Klaus Biedermann, Rita Gavrielova, Adriana und Misha Kovar mischten sich unter die Runde, die den Abend klar als Treffpunkt für Publikum mit Eurovision-Geschichte nutzte.
Gewichtig wurde der Abend vor allem durch jene, die selbst schon Bühnenluft beim Song Contest geschnuppert haben. Gary Lux erinnerte daran, dass es für ihn ein einmaliges Gefühl sei, dort aufzutreten; 1985 kam er mit „Kinder dieser Welt“ auf Platz 8, bis heute seine beste Platzierung. Nervös gewesen sei er damals nicht wirklich, sagte er, weil er zuvor bereits mit Falco und anderen gespielt und gewohnt großes Publikum vor sich gehabt habe.
Für das Essen sorgte Luigi Barbaro Jun. mit Pizza und italienischen Spezialitäten. Er sagte, in seiner Brust schlügen zwei Herzen, eines für Österreich und eines für Italien. Zwar möge er Cosmos Song sehr, doch wenn er ehrlich sei, drücke er an diesem Abend Italien die Daumen. Simone Lugner machte dagegen klar, dass sie keine Song-Contest-Fan sei und Österreichs Beitrag nicht einmal kenne. Sie wisse nur, dass Finnland als Favorit gelte, den Song kenne sie aber ebenfalls nicht.
Der Abend kam in einer Stadt zusammen, in der der Song Contest längst auch ein Gesellschaftsanlass ist: vor dem Finale, mitten in Wien, mit Blick auf die Skyline und mit Gästen, die dem Wettbewerb aus unterschiedlichen Jahrzehnten verbunden sind. Genau deshalb wirkte die Runde weniger wie ein bloßes Public-Viewing als wie ein Treffen jener, die das ESC-Umfeld seit Jahren mitprägen. Dass die Party in Graben 28 stattfand, gab dem Ganzen zusätzlich den Ton einer privaten Loge über der Stadt.
Zwischen Vorfreude und Resignation lag dabei nur ein Satz. Andy Lee Lang sagte, er sei einmal fast beim Song Contest dabei gewesen, der Song sei damals stark gewesen, gescheitert sei er aber am Ö3-Chef, der ihn sich nicht einmal angehört habe. Christian Mucha wiederum schickte seine Frau und Schwiegermutter in die Stadthalle, wo sie seit einer Stunde in der Warteschlange standen, während er lieber im Warmen blieb. Trotz der prominenten Runde glaubte niemand bei der Feier an einen österreichischen Sieg. Der Abend zeigte damit vor allem eines: Beim ESC geht es in Wien nicht nur um Musik, sondern auch um Haltung, Erinnerung und die nüchterne Einsicht, wer an diesem Tag wirklich als Favorit ins Rennen geht.
