Vor dem Spiel Wisła Płock – Górnik Zabrze hat Mariusz Misiura noch einmal auf das 0:4 gegen Motor Lublin zurückgeblickt und dabei eingeräumt, dass Jakub Burek bei seinem ersten Einsatz für die Profis keine einfache Nacht erlebt hatte. Der 23 Jahre alte Torhüter stand damals erstmals für die erste Mannschaft von Wisła im Tor, nachdem Rafał Leszczyński wegen seiner vierten Gelben Karte der Saison gesperrt gefehlt hatte.
Burek kassierte in seinem Premierenspiel vier Gegentore. Misiura sagte vor der Partie gegen Górnik, er habe sich nach dem Motor-Spiel bei dem Keeper entschuldigt. Er habe ihm gesagt, dass er bedaure, dass Burek ein solches Spiel erleben musste, das sicher für immer bei ihm bleiben werde. Burek habe geantwortet, dass er alles gegeben habe, und dafür habe er ihm gedankt und sich entschuldigt, weil ein solches Debüt sicher kein Traum sei.
Die Zahlen zeigen, warum der Moment so schwer wog. Leszczyński gilt als sehr verlässliche Größe im Tor von Wisła Płock, mit sieben Zu-Null-Spielen in 31 Einsätzen. Sein Fehlen in Lublin zwang den Klub dazu, auf Burek zurückzugreifen, der in seiner bisherigen Laufbahn 34 Spiele für KSZO Ostrowiec Świętokrzyski und 30 Partien für Pogoń Siedlce absolviert hat. Für den Klub war das ein erzwungener Wechsel in einer empfindlichen Phase, und vor dem Duell mit Górnik war die Rückkehr von Leszczyński zwischen die Pfosten erwartet worden.
Gerade darin liegt die Spannung dieser Woche in Płock: Der Nachwuchskeeper hat seine Feuertaufe hinter sich, aber sie kam unter den schlechtesten denkbaren Umständen. Misiuras Entschuldigung zeigt, wie stark der Ausfall eines Stammspielers das Gefüge verändern kann, wenn ein Team plötzlich auf eine ungewohnte Lösung setzen muss. Für Wisła zählt nun vor allem, dass gegen Górnik wieder die vertraute Ordnung im Tor zurückkehrt.
