Sarah Engels fährt 2026 für Deutschland zum Eurovision Song Contest nach Wien. Die 33-Jährige setzte sich mit ihrem Lied „Fire“ in der ESC-Vorauswahl durch und sprach nach dem Sieg von einem Auftritt, für den sie wieder fit sei.
Für Engels ist das mehr als ein weiterer Fernsehtermin. Die Sängerin, die in Köln geboren wurde und in Hürth aufwuchs, kommt mit ihrer größten Bühne seit Jahren in einen Wettbewerb, der Karrieren prägen kann. Am selben Abend machte sie deutlich, dass sie den Weg dorthin nicht als Selbstverständlichkeit sieht: Sie wisse nicht, wie sie das schaffen werde, sagte sie, aber sie werde es machen.
„Fire“ ist als Empowerment-Song angelegt. Engels will damit vor allem Frauen und Mädchen erreichen, die ihren eigenen Weg gehen sollen, ohne sich von Erwartungen kleinmachen zu lassen. Sie formulierte den Kern ihrer Botschaft klar: Frauen dürften nie einfach nur sie selbst sein, und es sei wichtig zu lernen, Nein zu sagen. Genau darum gehe es ihr auch in dem Lied, sagte sie inhaltlich weiter. Der Titel passt zu einer Künstlerin, die seit Jahren zwischen Pop, Fernsehen und Musical arbeitet und dabei längst mehr ist als nur ein Name aus einer Castingshow.
Bekannt wurde Engels 2011 durch „Deutschland sucht den Superstar“, als sie es bis ins Finale schaffte. Vier Jahre Gesangsunterricht legten damals die Basis für eine Laufbahn, die sie später auch ins Fernsehen führte, unter anderem zu „Let’s Dance“, „The Masked Singer“, „Das große Promibacken“ und „Dancing on Ice“. Auf Instagram folgen ihr 1,8 Millionen Menschen. Seit November 2025 steht sie zudem in Köln im Musical „Moulin Rouge!“ auf der Bühne.
Ihr privates Leben ist seit Jahren Teil der öffentlichen Wahrnehmung geblieben. Von 2013 bis 2019 war sie mit Sänger Pietro Lombardi verheiratet, mit dem sie einen Sohn hat. Heute ist ihr Ehemann der frühere Fußballprofi Julian Engels, mit dem sie eine Tochter hat. Der ESC-Auftritt fügt sich damit in ein Leben ein, das längst zwischen Familie, Bühne und Öffentlichkeit pendelt.
Gerade das macht den Moment in Wien bemerkenswert. Engels vertritt Deutschland nicht als Newcomerin, sondern als Künstlerin mit gewachsenem Profil, die in mehreren Medienformaten und auf der Bühne präsent ist. Das gibt „Fire“ ein anderes Gewicht als vielen ESC-Beiträgen, die erst nach dem Finale bekannt werden. Wer verfolgen will, wie sich ein Song erst im Wettbewerb und dann im Alltag trägt, findet darin denselben Reiz, den andere Leser bei Berichten über Branchenumbrüche oder späte Durchbrüche suchen. Für Deutschland ist wichtig, dass die Entscheidung auf eine Sängerin gefallen ist, die bereits Publikum, Reichweite und Live-Erfahrung mitbringt.
Schon kurz nach ihrem Auftritt in Wien soll Engels wieder in Köln auf der Bühne stehen. Sie kündigte an, zwei Tage nach dem ESC zurückzukehren. Das macht den Zeitplan eng, aber auch eindeutig: Wien ist der große Zwischenstopp, Köln bleibt ihr fester Ausgangspunkt. Genau darin liegt die eigentliche Nachricht dieses Abends — Engels geht mit „Fire“ in den ESC, und sie bleibt doch die Sängerin, die am Rhein weiterarbeitet.

