Lesen: 1 Liga: Wolfsburg, St. Pauli und Heidenheim kämpfen um Rettung

1 Liga: Wolfsburg, St. Pauli und Heidenheim kämpfen um Rettung

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Am letzten Spieltag der 1. Liga ging es für drei Clubs um alles: Der , der und der 1. FC Heidenheim starteten punktgleich in den Schlusstag, zwei von ihnen würden direkt absteigen, nur einer durfte auf die Relegation hoffen. Wolfsburg ging als Sechzehnter in das Auswärtsspiel bei St. Pauli in Hamburg, ein direktes Duell um Platz 16.

Für war das Geschehen ein Warnbild mit frischer Erinnerung. Der Klub wird in dieser Saison nicht absteigen, doch die Lage auf dem Tabellenkeller zeigt, warum ein Gang nach unten im Profifußball weit mehr ist als ein sportlicher Rückschlag. Schon vor fünf Jahren galt Werders zweite Relegation seit 1980 als existenzielle Bedrohung; die Corona-Pandemie hatte die Verluste bereits vergrößert, bevor der Abstieg in die 2. Bundesliga zusätzliche Löcher riss. Nur mit einer Garantie, einem Kredit und später einer Anleihe entging Bremen der Insolvenz.

Werder-Geschäftsführer bezifferte die Folgen eines dritten Abstiegs damals mit bis zu 40 Millionen Euro weniger Umsatz. Zwischen 20 und 25 Millionen Euro davon wären allein durch deutlich geringere TV-Gelder weggefallen. Dazu kommen Einbußen bei Sponsoring und Zuschauereinnahmen, die in einer solchen Lage schnell zum eigentlichen Problem werden. Filbry verwies auch darauf, dass die Spielerverträge variabel seien und sich im Abstiegsfall um 55 Prozent reduzierten.

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Gerade an diesem Punkt bekommt der letzte Spieltag sein Gewicht. VfL Wolfsburg meldete im Finanzbericht für die Saison 2023/24 einen Umsatz von 230 Millionen Euro und Personalkosten von 120 Millionen Euro. Zugleich hieß es, die Spieler erhielten vom Mutterkonzern jährlich 70 bis 80 Millionen Euro. stellte dennoch klar: „Der Volkswagen-Konzern steht fest zum VfL Wolfsburg“ und sichere „liga-unabhängig eine finanzielle Stabilität, die wir liefern, die wir leisten“. Der Konzern wollte damit auch für den Fall eines Abstiegs Rückhalt signalisieren.

Bei den anderen beiden Klubs war die Nervosität ebenso greifbar. Heidenheims Trainer sagte vor dem Finale, der Klassenerhalt „wäre ein Wunder. Aber was wäre der Mensch, würde er nicht daran glauben?“. Für St. Pauli kam noch die Serie von neun Spielen ohne Sieg hinzu, die den Druck vor dem direkten Duell gegen Wolfsburg verschärfte. nannte die Partie das „wichtigsten Spiel“. blickte auf einen Tag, an dem alles auf der Kippe steht, und sagte: „Wir wussten, dass es so ein Spiel geben kann. Und jetzt freuen wir uns drauf“.

Genau diese Mischung macht den letzten Spieltag so ungewöhnlich: Drei Clubs sind punktgleich, zwei rutschen am Ende hinunter, nur einer rettet sich in die Relegation. Axel Hellmann hatte die wirtschaftliche Dimension eines Abstiegs für einen großen Traditionsklub einmal mit rund 50 Millionen Euro beziffert, einschließlich Fernsehen, Sponsoring und Tickets. Der Fußball schaut deshalb heute nicht nur auf Tore und Tabellen, sondern auf eine Entscheidung, die für einige Vereine den Unterschied zwischen Planung und Krisenmodus markiert.

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