Regen, Kälte und nasse Schuhe haben das Stadtfest in Bad Dürkheim am Mittwoch, Donnerstag und Freitag nicht ausgebremst. Trotz des schlechten Wetters kamen viele Besucher, und auf dem Schlossplatz wie in den Zelten blieb die Stimmung nach Angaben der Beteiligten gut.
Marcus Brill sagte, gerade das zeige die Stärke der Veranstaltung. Beim Entenrennen auf der Isenach sorgte der Regen sogar für einen neuen Kursrekord. Auf dem Schlossplatz spielte am Mittwoch die Band Anonyme Giddarischde im Regen, während die Gäste ihre Schirme aufspannten. Brill sagte, der Schall sei von Besuchern, Schirmen und Regen geschluckt worden, weshalb Techniker den Ton nachsteuern mussten.
Dass das Stadtfest auch bei schlechtem Wetter zieht, zeigte sich laut Jochen Schmitt schon auf dem Platz selbst. Er sagte, die Bands brächten meist ihr eigenes Publikum mit, zugleich nutzten die Bad Dürkheimer und Gäste aus der Umgebung das Fest als Treffpunkt. Mit Überdachungen sei man gut ausgerüstet. Für die Veranstalter ist das mehr als nur ein logistischer Vorteil: Es hält das Fest auch dann lebendig, wenn draußen kaum jemand lange stehen bleiben will.
Am Donnerstag lief es für Händler und Wirte besser als zunächst erwartet. Philipp Wegner sagte, die Leute seien bei einem Schauer nicht nach Hause gegangen, sondern im Zelt zusammengeblieben und hätten weitergefeiert. Er schätzte zugleich ein, dass der Umsatz bei gutem Wetter um 30 Prozent höher liegen könnte. Auffällig sei außerdem, dass mehr alkoholfreier Wein getrunken werde, auch als Schorle. Wegner sagte, das schmecke einfach mehr nach Wein und sei nicht so süß wie eine Saftschorle.
Auch am Freitag hielt der Zustrom an. Jens Schaefer sagte, wegen des Wetters seien die Außentische nicht aufgestellt worden. Harald Karst berichtete, das Zelt am Schönfelder Hof habe bereits am Morgen geöffnet und sei ab 11 Uhr ständig in Betrieb gewesen. Andreas Hanke zeigte sich am Schlossplatz zufrieden mit den Besucherzahlen und sagte, er habe mit weniger gerechnet.
Bad Dürkheim lebt bei seinem Stadtfest damit gerade von etwas, das eigentlich gegen ein Straßenfest spricht: dem Durchhalten bei Regen. Die Tage dieser Woche zeigen, dass das Fest nicht nur wegen des Wetters funktioniert, sondern weil Besucher selbst bei Kälte und Nässe bleiben, zusammenrücken und weiterfeiern. Für die Organisatoren ist das die eigentliche Nachricht: Das Stadtfest trägt auch dann, wenn der Himmel dagegenarbeitet.
