Die Jugend- und Auszubildendenvertretung des DB Cargo Wahlbetriebs C11 in Duisburg hat bei einer Betriebsversammlung vor der Lage der Auszubildenden gewarnt. Im Mittelpunkt stand die Sorge, dass für mehr als 20 junge Menschen am Ende der Ausbildung keine echte Perspektive bleibt.
Julia Bahner sagte, sie stehe kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung und sehe trotzdem dem Arbeitsmarkt entgegen. Zugleich betonte sie, dass 27 weitere Auszubildende im Betrieb vor unklaren Aussichten stünden. Die Ausbildung sei beendet, doch eine Übernahme sei nicht in Sicht.
Nach Angaben aus dem Betrieb gab es im vergangenen Jahr keine Übernahmen. Diesmal standen für mehr als 20 Auszubildende lediglich zwei Jobangebote bereit, und zwar in Weil am Rhein und Nürnberg. Für die Betroffenen aus Duisburg seien diese Orte angesichts des Lehrlingsgehalts kaum realistisch, hieß es aus dem Kreis der Auszubildenden.
Die Lage fällt in eine Phase, in der DB Cargo seine Strukturen verändert. Genau dort setzt der Streit an: Bereits 2023 war zugesagt worden, die Transformation nicht auf dem Rücken der Auszubildenden auszutragen. Jetzt sehen die Betroffenen das Gegenteil. Sie traten unter dem Motto „Ausgebildet. Ausgelernt. Ausgesondert.“ auf und machten ihrem Ärger Luft.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG stellte sich hinter sie. Der Betriebsratskonflikt um die Übernahme junger Beschäftigter sei nicht akzeptabel, erklärte die Gewerkschaft. Der bestehende Nachwuchskräfte-Tarifvertrag müsse eingehalten und praktisch umgesetzt werden, forderte die EVG. Auch EVG-Vorstandsmitglied Kristian Loroch unterstützte die Auszubildenden bei der Versammlung vor Ort.
Für die jungen Menschen bleibt damit vor allem ein offener Punkt: Ob die Zusagen aus dem Jahr 2023 künftig mehr sind als ein Verweis auf gute Absichten. Solange im Betrieb weiter nur einzelne Stellen weit weg von Duisburg angeboten werden, wird aus dem Streit um Übernahmen ein Test dafür, wie ernst DB Cargo seine Ausbildung tatsächlich nimmt.
