Gustav Schäfer ist aus der 2026er-Ausgabe von „Let’s Dance“ ausgeschieden. Der Drummer von Tokio Hotel war in der neunten Folge der 19. Staffel nicht mehr dabei.
Schäfer hatte den Tanzwettbewerb nicht als Zufallsgast betreten, sondern als Musiker mit langer Bühnenroutine. Tokio Hotel wurde 2001 von ihm, Georg Listing, Bill Kaulitz und Tom Kaulitz unter dem Namen „Devilish“ gegründet; 2005 folgte nach dem Wechsel zu Universal Music die Umbenennung in Tokio Hotel und der Durchbruch mit „Durch den Monsun“, das europaweit zum Hit wurde. Schäfer spielt seit seiner Kindheit Schlagzeug und trat 2023 bereits bei „Grill den Henssler“ auf.
Mit seinem Ausscheiden endet für ihn ein Fernsehabschnitt, der auch deshalb auffiel, weil er selbst den Schritt auf das Parkett als Gegentest zu seiner eigenen Laufbahn beschrieben hatte: Er habe 20 Jahre lang bewiesen, dass er perfekt im Takt bleiben könne, sagte Schäfer, und wolle nun herausfinden, ob das auch gelte, wenn seine Füße plötzlich wichtiger seien als seine Hände. Genau daran misst sich nun auch der Reiz von „Let’s Dance“: Die Sendung bringt Prominente aus Schauspiel, Musik, Unterhaltung und Sport auf die Tanzfläche, bewertet sie von Jury und Publikum und lebt davon, dass Routine auf eine völlig andere Form von Druck trifft.
In der neuen Staffel sitzen Motsi Mabuse, Joachim Llambi und Jorge González in der Jury, Daniel Hartwich und Victoria Swarovski moderieren die Live-Shows. Dass Schäfer schon vor dem Ende der Staffel raus ist, passt zu einem Wettbewerb, in dem nicht nur Technik zählt, sondern auch, wie schnell sich bekannte Gesichter auf einen ungewohnten Takt einstellen. Für Tokio Hotel ändert das nichts am Tagesgeschäft: Die Band bleibt aktiv und ist für eine Arena-Tour 2026 angekündigt.
Der Auftritt hat damit vor allem eines gezeigt: Selbst ein Musiker, der seit Jahren verlässlich im Rhythmus arbeitet, ist auf dem Parkett nicht automatisch im Vorteil. Bei „Let’s Dance“ entscheidet am Ende nicht der Ruf, sondern der Tanz, und Schäfer hat diese Grenze bis zur neunten Folge erlebt.

