Esther Sedlaczek will ihre Arbeit mit Bastian Schweinsteiger nicht in Ranglisten pressen. „Gar nicht“, sagt sie, wenn es darum geht, wo beide unter Deutschlands bekannten Moderationsduos stehen. Entscheidend sei für sie etwas anderes: Sie und Schweinsteiger ließen einander Raum, reagierten spontan und nähmen jede Situation so, wie sie komme.
„Wir lachen übereinander, und über uns selbst!“, sagt Sedlaczek. Genau das mache die gemeinsame Moderation aus. Nichts daran sei geplant oder inszeniert, betont sie. Es gebe auch nie den Moment, in dem einer den anderen frage: „Was sollte das denn jetzt?“ Für Sedlaczek, die mit Schweinsteiger inzwischen ihr drittes großes gemeinsames Event moderiert, ist das offenbar der Kern ihrer Zusammenarbeit: erst die Vorbereitung, dann die Spiele, dann das Team unterwegs. Wenn das passe, sei das unbezahlbar.
Im Hintergrund steht eine Partnerschaft, die sich längst eingespielt hat und gerade deshalb auffällt. Sedlaczek verweist darauf, dass beide nicht mit starren Rollen arbeiten, sondern auf das reagieren, was sich ergibt. Auch ihre Selbstbeschreibung klingt eher nach eingespieltem Vertrauen als nach Konzept. Sie denkt nach eigenen Worten nicht darüber nach, an welcher Stelle sie im Kreis der deutschen Moderationspaare eingeordnet werden.
Der andere Teil des Gesprächs führt weit weg von Studio und Spieltag. Sedlaczek sprach auch über die logistische Wucht der kommenden WM mit 48 Teams in drei Ländern. Die größte Herausforderung seien die Entfernungen zwischen den Spielorten, sagte sie. Vier bis fünf Stunden Flugzeit, mehrere Zeitzonen und alle zwei Tage ein neues Hotel machten das Turnier zu einer völlig anderen Belastung als eine Europameisterschaft in Europa oder eine kompakte WM wie zuletzt.
Gerade diese Dimensionen verändern auch die Arbeit vor Ort. Sedlaczek war für eine Weltmeisterschaftsdokumentation in den USA und Mexiko unterwegs, während Thomas Hitzlsperger Curaçao und Kanada bereiste. In den USA habe sie bislang noch nicht viel WM-Stimmung gespürt, sagte sie. Dort sei die WM im Moment noch nicht wirklich präsent. Gleichzeitig sieht sie darin keinen Nachteil, sondern eher einen Reiz: Vieles sei neu, und genau das mache sie sehr gespannt.
Der Vergleich mit früheren Turnieren zeigt, wie sehr sich ihr Blick auf Großereignisse verändert hat. In Katar habe sie die USA nicht so intensiv erleben können, wie es diesmal möglich sein wird. Bei der Heim-EM sei vieles vertraut gewesen. Diesmal aber sei alles neu. Und genau darin liegt für Sedlaczek auch die eigentliche Herausforderung: nicht nur zu moderieren, sondern sich in ein Turnier einzufinden, das schon durch seine Geografie einen anderen Takt vorgibt.
Hinzu kommt ein sehr persönlicher Zeitfaktor. Sedlaczek sagt, sie habe einen kleinen Sohn, und zeitliche Grenzen seien für sie ganz real. Das macht die Reiseplanung nicht leichter, sondern nur strenger. Für sie ist die WM damit nicht bloß ein sportliches Großereignis, sondern auch eine Frage von Organisation, Belastbarkeit und Prioritäten. Die nächste Bewährungsprobe ist deshalb nicht nur der Start des Turniers, sondern vor allem die Frage, wie sich ein Format mit langen Wegen und wechselnden Orten im Alltag einer Moderatorin tragen lässt.

