„Brimstone“ ist auf Amazon Prime Video als VoD verfügbar und bleibt ein Film, der sich nicht leicht konsumieren lässt. Der Rache-Western läuft über 150 Minuten, ist in vier Kapitel gegliedert und setzt auf eine Mischung aus Thriller, düsterem Drama und expliziter Gewalt.
Im Zentrum steht Liz, gespielt von Dakota Fanning. Sie lebt mit ihrem Mann Eli, dem verwitweten William Houston, in einem frommen Dorf, arbeitet dort als Hebamme und kümmert sich um zwei Kinder. Liz ist stumm, weil ihr die Zunge entfernt wurde, und sie hat sich nach einer dunklen Vergangenheit hinter der Fassade der Gemeinschaft versteckt. Als ein vernarbter Reverend, verkörpert von Guy Pearce, im Dorf auftaucht, gerät sie in Panik. Sie erkennt sofort, dass er ihretwegen gekommen ist.
Genau aus dieser Bedrohung zieht der Film seine Wucht. Der Reverend will Liz bestrafen, und sein Auftauchen verschiebt die Geschichte vom stillen Überleben in eine direkte Abrechnung. Die Eskalation ist brutal: Der Geistliche ermordet Eli auf grausame Weise, und der Film macht aus dieser Tat den Punkt, an dem Liz’ Vergangenheit unübersehbar in die Gegenwart bricht.
„Brimstone“ spielt im Amerika des 19. Jahrhunderts und verhandelt religiösen Fundamentalismus als Machtinstrument. Dazu kommen Themen wie Vergewaltigung, Missbrauch, Inzest, Folter und Mord, die der Film ohne Schonung ausstellt. Gerade deshalb wurde er in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik mit 4 von 5 Sternen bewertet. In der Besetzung stehen außerdem Kit Harington und Carice van Houten.
Der Reiz des Films liegt weniger in milder Unterhaltung als in seiner Härte. Verglichen wird er mit klassischen Western wie „Leichen pflastern seinen Weg“, „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Erbarmungslos“; wer düstere Genrekost sucht, bekommt hier einen Film, der seine Länge von zweieinhalb Stunden mit konsequenter Härte und einem finsteren Pfarrer in einer der stärksten Rollen von Guy Pearce füllt.
