Itv hält die Gespräche mit Sky über einen möglichen Verkauf seines Medien- und Unterhaltungsgeschäfts weiter offen. Der Sender teilte am Donnerstag mit, man befinde sich weiter in aktiven Verhandlungen und werde den Markt zu gegebener Zeit informieren.
Der Schritt wäre mehr als ein bloßer Umbau. Zu der Sparte gehören die kommerziellen frei empfangbaren TV-Kanäle in Großbritannien und die Streaming-Plattform ITVX. Sollte ein Deal zustande kommen, würde ITV Studios als eigenständiges Unternehmen bestehen bleiben. Genau dort lief es zuletzt besser: Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2026 um 4 Prozent, getragen von einem Anstieg der externen Erlöse um 8 Prozent, während die internen Erlöse um 7 Prozent sanken.
Die Zahlen zeigen zugleich, warum der Konzern seine Geschäfte trennt. Der Umsatz im Medien- und Unterhaltungsgeschäft ging im ersten Quartal um 2 Prozent zurück, der gesamte Werbeumsatz fiel um 1,5 Prozent. Im gleichen Zeitraum legten die digitalen Erlöse in der Sparte um 12 Prozent zu, die digitalen Werbeeinnahmen sogar um 14 Prozent, und die gesamten Streaming-Stunden auf ITVX stiegen um 13 Prozent. Das reichte jedoch nicht aus, um den Rückgang bei den linearen Werbeeinnahmen und die um 8 Prozent gesunkenen Nicht-Werbeerlöse vollständig auszugleichen.
ITV verwies darauf, dass die schwächeren internen Erlöse bei den Studios auf weniger Soaps und Daytime-Formate nach zuvor angekündigten Änderungen bei Planung und Produktion zurückgingen. Die höhere externe Nachfrage half dagegen, das Studio-Geschäft zu stützen. Für das zweite Quartal erwartet der Konzern nun, dass der gesamte Werbeumsatz um rund 10 Prozent zulegt, mit einem starken Juli, der von einer erheblichen Nachfrage der Werbekunden rund um die Männer-Fußball-Weltmeisterschaft getragen werden soll.
Der Zeitpunkt ist wichtig, weil ITV sein Geschäft zugleich auf die laufenden Verhandlungen und die eigene Prognose ausrichtet. Das Unternehmen sagte, die strategischen Prioritäten - den Ausbau von ITV Studios und die Beschleunigung des digitalen Medien- und Unterhaltungsgeschäfts - lieferten weiterhin klare und positive Ergebnisse. Trotz des schwierigen geopolitischen Umfelds sieht sich der Konzern auf Kurs, für das Gesamtjahr ein gutes Umsatzwachstum bei ITV Studios und ein starkes profitables digitales Wachstum im Medien- und Unterhaltungsgeschäft zu liefern.
Für Zuschauer und Werbekunden bleibt damit vorerst alles in der Schwebe. ITVX wächst, die lineare Werbung bleibt unter Druck, und aus dem möglichen Verkauf an Sky könnte ein Konzern entstehen, der sich stärker auf Inhalte und Streaming konzentriert als auf das klassische Sendergeschäft. Ob es dazu kommt, sagt ITV bislang nicht. Sicher ist nur, dass die Gespräche weiterlaufen - und dass der nächste Hinweis wohl nicht aus London, sondern aus dem Markt kommen wird.

