Donald Trump machte sich am Ende eines zweitägigen Besuchs in Beijing auf den Rückweg in die USA, nachdem er sich mit Xi Jinping getroffen hatte. Doch obwohl der Präsident von „fantastic trade deals“ sprach, legten weder er noch Xi irgendwelche Details zu den angekündigten Vereinbarungen vor.
Der zweite Tag des Treffens führte Trump und Xi zu einer Teezeremonie im Zhongnanhai Garden und anschließend zu einem Arbeitsmittagessen. Ihr Gespräch dauerte nach Angaben aus dem Umfeld rund 10 Minuten und fand außer Sichtweite der Reporter statt. Als Trump später an Bord von Air Force One ging, rief eine Gruppe von Kindern „farewell, farewell, a warm farewell“.
Trump sagte, die beiden Seiten hätten „a lot of different problems“ gelöst. Er nannte außerdem Iran und erklärte, man wolle nicht, dass Teheran eine Atomwaffe bekomme, und man wolle die Meerenge offen halten. Zugleich sprach er davon, dass China möglicherweise Öl aus den USA kaufen und Boeing-Flugzeuge erwerben könnte. Eine Bestätigung für einen Deal oder weitere Einzelheiten gab es dazu nicht.
Der Besuch in Beijing war als hochrangiger US-China-Gipfel angelegt und sollte Handelsfragen sowie andere bilaterale Themen voranbringen. Gerade deshalb fiel auf, dass die wichtigste politische Botschaft des Treffens aus großen Worten und kleinen konkreten Hinweisen bestand. Trump lobte die Gespräche, aber die Substanz blieb hinter der Inszenierung zurück.
Die Reise endete mit dem üblichen Staatszeremoniell bei der Ankunft und einem ebenso kontrollierten Abschied. Trump war am internationalen Flughafen von Beijing mit rotem Teppich und Ehrenwache empfangen worden. Dass am Ende Kinder ihm den Abschied zuriefen, passte zu dem choreografierten Ton des gesamten Besuchs, auch wenn die belastbaren Ergebnisse der Gespräche weiter offen blieben.
Parallel dazu bewegt sich Washington auf einer anderen Karrierespur in Richtung Kuba. CIA-Direktor John Ratcliffe traf gestern in Havanna kubanische Vertreter, um über „intelligence cooperation, economic stability and security issues“ zu sprechen. Ein CIA-Beamter sagte, das Treffen habe vor dem Hintergrund stattgefunden, dass Kuba „no longer be a safe haven for adversaries in the Western Hemisphere“ sei.
Das State Department erklärte zudem, die USA hätten „support for free and fast satellite internet and $100 million in direct humanitarian assistance“ angeboten. Außenminister Marco Rubio sagte in einem Interview mit Tom Llamas bei „NBC Nightly News“, das kubanische Regierungssystem sei das eigentliche Hindernis bei Hilfeleistungen. Die Linie ist klar: Washington will Druck und Hilfe zugleich einsetzen, während es nach Wegen sucht, den Einfluss Havannas in der Region einzudämmen.
Der Kontrast zu Beijing ist auffällig. Dort blieb Trump bei großen Ankündigungen ohne Beleg, während sich die Regierung in einer ganz anderen Arena mit Sicherheitsfragen und Einflussnahme befasst. Im Januar hatte das US-Militär den Präsidenten von Venezuela festgenommen, einen zentralen Verbündeten Kubas und eine wichtige Ölquelle für die Insel. Jetzt, mit Ratcliffes Besuch in Havanna und Trumps Rückflug aus China, laufen zwei außenpolitische Stränge parallel, die beide auf Macht, Energie und Kontrolle zielen, aber auf sehr unterschiedliche Weise.
Hinzu kommt, dass Trump erst diesen Monat in Florida bei einem Mittagessen mit Tabakmanagern und Lobbyisten über das Vorgehen der FDA gegen Vaping-Produkte sprach. Diese Gespräche zeigen, wie dicht sich Wirtschaftsinteressen, Regulierung und Außenpolitik in Washington derzeit überlagern. Diese Woche ist zudem Dr. Marty Makary als FDA-Chef zurückgetreten. Für Trump bleibt damit auch innenpolitisch wenig Raum, sich auf eine einzige Front zu konzentrieren.
Für den Moment bleibt aus Beijing vor allem der Eindruck eines Gipfels, der sich groß ankündigte und klein auf Details endete. Die Frage ist nicht, ob Trump die Verhandlungen als Erfolg verkauft. Die Frage ist, ob hinter den „fantastic trade deals“ mehr steckt als ein Satz für die Rückkehr an Bord von Air Force One.

