In Merseburg hat eine Bank am 12. Mai 2026 eine 71-jährige Frau daran gehindert, 25.000 Euro von ihrem Konto abzuheben. Eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter wurde auf das auffällige Verhalten aufmerksam, stoppte die Auszahlung und informierte sofort die Polizei.
Nach Angaben der Ermittler steht der Fall im Verdacht des Love-Scammings. Die Frau hatte im Laufe des Vorjahres über digitale Kommunikationskanäle Kontakt zu einer unbekannten Person aufgebaut, die Liebesbekundungen machte und immer wieder Geld verlangte. In mehreren Transaktionen überwies sie insgesamt rund 100.000 Euro an eine Adresse in Nordrhein-Westfalen. Auch die nun geplante Barabhebung sollte nach Polizeiangaben an dieselbe unbekannte Person weitergeleitet werden.
Gerade weil die Frau bereits erhebliche Summen verloren hatte, bekam der letzte Versuch besondere Bedeutung: Die Bank erkannte offenbar rechtzeitig, dass hier nicht einfach Geld geholt werden sollte, sondern der nächste Schritt einer laufenden Betrugsserie bevorstand. Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Love-Scammings ein.
Der Polizeibericht nennt an diesem selben Tag zudem zwei weitere Kontrollen ohne Bezug zu dem Betrugsfall. In Querfurt stoppten Beamte gegen 21:25 Uhr einen 20-jährigen deutschen E-Scooter-Fahrer, bei dem ein Test auf Cannabis positiv ausfiel; die Weiterfahrt wurde untersagt, eine Blutprobe entnommen. In Merseburg überprüfte die Polizei gegen 20:15 Uhr einen 41-jährigen deutschen Fahrer, der nur seinen Personalausweis vorzeigen konnte. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass für ihn keine Fahrerlaubnis registriert war. Auch ihm wurde die Weiterfahrt verboten, die Ermittlungen liefen an.
Der Fall zeigt vor allem, wie weit die Folgen von Love-Scamming reichen können, wenn Opfer über Monate oder länger in Kontakt gehalten werden. In diesem Fall stoppte die Bank die letzte geplante Auszahlung gerade noch rechtzeitig. Ob die bereits überwiesenen rund 100.000 Euro wieder zurückgeholt werden können, bleibt die entscheidende offene Frage.

