Lesen: Rewe und andere Händler vor Streiks: Verdi verschärft den Tarifdruck

Rewe und andere Händler vor Streiks: Verdi verschärft den Tarifdruck

Veröffentlicht
2 Min. Lesezeit 74 Aufrufe
Anzeige

hat im laufenden Tarifstreit im Einzelhandel erstmals zu bundesweiten aufgerufen. Am Freitag sollen Beschäftigte von , H+M, , , Rewe, der Rewe-Logistik, Penny, Hit, Metro, Kaufland und Ikea die Arbeit niederlegen.

In Frankfurt, Hamburg, Stuttgart und Dortmund sind geplant. In Kassel wollen die Streikenden gegen Mittag durch die Innenstadt ziehen. Damit erreicht der Konflikt um die Löhne von Beschäftigten im Handel eine neue Stufe, noch bevor am Montag die zweite Verhandlungsrunde für 240.000 Beschäftigte im Groß- und Einzelhandel beginnt.

Verdi will mit den Aktionen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, nachdem diese in Hamburg und Nordrhein-Westfalen in der vergangenen Woche erste Tarifangebote für den Einzelhandel vorgelegt hatten. Die Gewerkschaft lehnte die Offerten ab. Nach Angaben der Arbeitgeber lagen sie bei 2 Prozent mehr Lohn ab November und weiteren 1,5 Prozent ab August 2027. Verdi fordert dagegen 7 Prozent mehr Geld, mindestens 225 Euro, und spricht von mindestens 250 Euro mehr im Monat sowie 150 Euro mehr Ausbildungsvergütung pro Ausbildungsjahr.

- Advertisement -

sagte, die Menschen bräuchten eine spürbare Lohnerhöhung und kritisierte die Angebote der Arbeitgeber als vergiftet. Sie würden nicht einmal die Inflation ausgleichen, sagte er. Die Auseinandersetzung trifft eine Branche, in der nach Gewerkschaftsangaben rund 5,2 Millionen Menschen arbeiten, davon etwa 3,4 Millionen im Einzelhandel.

Der Streit steht noch am Anfang, folgt aber einem bekannten Muster. Seit April laufen die für den Einzel- und Großhandel in den ersten Landesbezirken. Der Handelsverband Deutschland hält Verdis Forderungen angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage für unrealistisch. Die vergangene Tarifrunde zog sich länger als ein Jahr hin, ehe am Ende für 2023 bis 2025 insgesamt rund 14 Prozent mehr Einkommen vereinbart wurden.

Dass Verdi nun mitten in den Gesprächen zu Warnstreiks greift, zeigt, wie wenig beide Seiten derzeit voneinander entfernt sind. Nach dem Auftakt am Freitag richtet sich der Blick auf Montag, wenn die nächste Verhandlungsrunde ansteht und sich zeigen muss, ob die ersten Arbeitsniederlegungen Bewegung in die festgefahrenen Gespräche bringen.

Anzeige
Diesen Artikel teilen