Asteroid 2026 JH2 soll am 18. Mai 2026 dicht an der Erde vorbeiziehen und seinen geringsten Abstand um etwa 23:23 MESZ erreichen. Nach den derzeitigen Berechnungen kommt der Brocken bis auf rund 91.000 Kilometer heran – weniger als ein Viertel der Entfernung zum Mond.
Der Asteroid wurde erst Anfang Mai entdeckt und zuletzt am 12. Mai beobachtet. Seine Bahn ist deshalb noch mit Unsicherheit behaftet, doch die bislang berechnete Flugbahn stützt sich auf 23 Beobachtungen über zwei Tage. Der Himmelskörper gehört zur Klasse der Apollo-Objekte und bewegt sich mit etwa 33.000 Kilometern pro Stunde.
Schon Stunden vor der Erdpassage nähert sich 2026 JH2 dem Mond. Gegen 20:51 Uhr am 18. Mai soll er in einer Entfernung von etwa 424.000 Kilometern am Erdtrabanten vorbeiziehen. Die Virtual Telescope Project will den Vorbeiflug in einem Livestream zeigen, während Beobachter den Asteroiden mit einer geschätzten Größe von 13 bis 29 Metern verfolgen.
Gerade diese Größenordnung macht 2026 JH2 zu einem Objekt, das Astronomen genau im Blick behalten, aber nicht als globale Gefahr einstufen. ATLAS bewertet Körper dieser Klasse als ohne weltweites Risiko; bei einem direkten Einschlag wäre jedoch lokaler Schaden möglich. Als grobe Vergleichsgröße wird in der Einschätzung eine Energie von bis zu 440 Kilotonnen TNT genannt, genug, um bei einem Treffer in einem begrenzten Gebiet schwere Folgen auszulösen.
Der Fall zeigt auch, wie unscharf die Lage bei solchen kleinen Objekten am Anfang sein kann. Weil 2026 JH2 erst vor wenigen Tagen entdeckt wurde, ist seine Bahn noch nicht endgültig festgezurrt, und genau deshalb können die Vorhersagen in den nächsten Tagen weiter nachgeschärft werden. Dass solche Asteroiden oft erst bemerkt werden, wenn sie bereits auf die Erde zufliegen, gehört zu den Schwachstellen der Suche.
Für den Moment spricht aber alles dafür, dass 2026 JH2 an der Erde vorbeigeht und nicht einschlägt. Die eigentliche Nachricht ist deshalb nicht eine unmittelbare Bedrohung, sondern ein naher Vorbeiflug eines erst kurz bekannten Objekts, der Astronomen die Gelegenheit gibt, die Bahn zu vermessen, bevor ein noch größerer Asteroid 2029 sogar noch näher kommt.

