Le Mans FC hat nach einer Saison mit zwei Aufstiegen in Serie den Sprung in die Ligue 1 geschafft. Am letzten Spieltag reichte dem Team ein 2:0 in Bastia, um den Aufstieg perfekt zu machen, und in Le Mans waren für Mittwoch Feiern im Rathaus und im Stadion geplant.
Mehr als 18.000 Menschen hatten sich schon Tickets für die Feier gesichert. Für Antoine Rabillard, 30 Jahre alt und seit 2023 bei Le Mans, war der Abend in Bastia dennoch vor allem ein Nervenspiel: Er wurde in der 83. Minute ausgewechselt, sah das 2:0 von Milan Robin von der Bank und hörte erst in der 91. Minute auf zu zittern, als die Partie gestoppt wurde.
Rabillard beschrieb den Moment später mit Worten, die den Druck dieser Minuten greifbar machen. Er sagte, in Bastia gehe man in der 83. Minute vom Feld und schaue von der Bank auf Robins Treffer zum 2:0, und frage sich, was in diesem Augenblick im eigenen Kopf vorgehe. Die acht Minuten bis zur Unterbrechung seien die längsten seines Lebens gewesen. Beim Tor von Robin habe er, wie er sagte, „wie ein Kind geweint“, und in diesem Moment habe sich „die ganze Anspannung gelöst“ – man sei in der Ligue 1 gewesen.
Dass Le Mans überhaupt in dieser Lage war, macht den Aufstieg noch bemerkenswerter. Der Klub war eigentlich eher für den Kampf um den Klassenerhalt erwartet worden, drehte die Saison aber komplett und schaffte eine doppelte Beförderung. Schon in der Woche vor dem Spiel in Bastia hatte Le Mans die Chance verpasst, den Aufstieg endgültig klarzumachen, als Martin Rossignol gegen Reims vergab. Vor dem letzten Spieltag hatte die Mannschaft zwei Punkte Vorsprung auf Saint-Étienne, und genau dieser Puffer brachte sie am Ende über die Linie.
Für Rabillard hat der Erfolg eine persönliche und eine historische Seite. Er sagte, der Klub sei in die Geschichte von Le Mans eingegangen und die Gruppe werde ihren Namen für immer in der Klubchronik haben. Gleichzeitig blieb ein ungewöhnlicher Fußnote dieser Saison: Bei den UNFP-Auszeichnungen wurde kein Spieler von Le Mans in die Ligue-2-Saisonmannschaft gewählt. Gerade deshalb wirkt der Aufstieg wie die endgültige Widerlegung aller Erwartungen. Nach einer vergangenen Heimfeier mit den eigenen Fans steht Le Mans nun erneut im Festmodus – diesmal mit dem größeren Ziel vor Augen und einer Rückkehr in die Ligue 1, die niemand im Sommer so klar auf dem Zettel hatte.
