1. FC Union Berlin sagt an diesem Wochenende fast ein Viertel seines gesamten Kaderwerts von rund 124 Millionen Euro Lebewohl. Der Klub bestätigte am Donnerstag, dass Danilho Doekhi und Diogo Leite den Verein mit Ablauf ihrer Verträge verlassen werden. Auch Alex Král geht nach Vertragsende ablösefrei.
Zusammen bringen die drei Profis einen Marktwert von 27,5 Millionen Euro mit. Für Union ist das mehr als nur ein Abgangspaket auf dem Papier. Es ist der Verlust von drei Spielern im besten Fußballalter, alle 27 Jahre alt, die den Kader in einer Phase sichtbar verändern, in der der Verein am Sonntag fast ein Viertel seines Werts verabschiedet.
Doekhi und Leite sind beide Innenverteidiger, Král spielt als Sechser. Gerade dieser Schnitt in der Defensive macht den Umbruch besonders auffällig. Union verliert damit nicht nur Namen, sondern auch Struktur. Wenn zwei zentrale Abwehrspieler gleichzeitig gehen, bleibt in der Hintermannschaft ein Loch, das nicht mit einem einzelnen Transfer geschlossen ist.
Die Vertragsenden erklären den Ablauf. Alle drei verlassen den Klub ablösefrei, weil ihre Arbeit in Köpenick mit dem Sommer ausgelaufen ist. Für den Verein bedeutet das weniger Planungssicherheit und weniger Handlungsspielraum, weil ein erheblicher Teil des Marktwerts ohne Transfererlös verschwindet. Der Zeitpunkt ist dabei kein Zufall: Während Union öffentlich den Abschied vorbereitet, verdichten sich um die Spieler schon seit einiger Zeit die Wechselgerüchte.
Doekhi wurde mit Borussia Dortmund, Leeds United und Besiktas JK in Verbindung gebracht. Für Leite wird in der Gerüchteküche ein Wechsel zu Olympiakos Piräus diskutiert. Král wiederum war im Winter mit Panathinaikos Athen verknüpft. Solche Namen zeigen, dass der Markt die Spieler nicht als Randfiguren betrachtet, sondern als Profis, die auch außerhalb Berlins gefragt sind.
Am Samstag verabschiedet Union an der Alten Försterei außerdem Torwarttrainer Michael Gspurning und Physiotherapeut Silvio Thieme. Der Verein geht damit an zwei Tagen in Folge in eine Phase des Abschieds, die sportlich und personell spürbar ist. Am Sonntag steht dann der öffentliche Schnitt mit fast einem Viertel des Kaderwerts an. Es ist der sichtbarste Hinweis darauf, dass Union in kurzer Zeit nicht nur Personal verliert, sondern auch ein Stück seiner bisherigen Stabilität.
Für den Klub bleibt damit vor allem die Frage, wie schnell er die Lücken schließen kann, die ausgerechnet in der Achse entstehen, auf der eine Mannschaft normalerweise am verlässlichsten sein sollte.
