Das Kaliningrader Bernsteinkombinat hat sein Angebot an mattem, mittelgroßem Bernstein deutlich ausgeweitet, nachdem die Nachfrage bei Auktionen für russische Unternehmen spürbar gestiegen ist. Im ersten Quartal dieses Jahres lag der Verkaufspreis für diese baltische Steinsorte dort 300 Prozent über dem Startpreis.
In den vergangenen Jahren habe die Preissteigerung im Auktionshandel höchstens 30 Prozent betragen, sagte Maxim Lomakin. Nun werde die Zusammensetzung der inländischen Nachfrage vor allem durch höhere Touristenströme aus Asien und dem Nahen Osten geprägt. Matten baltischen Bernstein gewinnt das Kombinat in der Grube Primorski in der Oblast Kaliningrad. Die opake Sorte reicht farblich von milchig weiß bis zitronengelb; die Farbe hängt vom Grad der Lufteinschlüsse im Stein ab. Je mehr Luftblasen im Bernstein sitzen, desto heller und strahlender wirkt er.
Lomakin sagte, das Unternehmen habe den Anteil matten Bernsteins bei den Auktionen für russische Firmen erhöht. Im vergangenen Jahr seien pro Auktion 54 Kilogramm dieses Steins angeboten worden, 2026 habe das Volumen 200 Kilogramm erreicht. Verkauft werde Bernstein ausschließlich über Börsenhandel und Auktionen für russische Verarbeiter. Auch Anatoli Babir verwies auf eine Belebung der Nachfrage nach Fertigprodukten aus Bernstein seit Jahresbeginn in Moskau und im Fernen Osten.
Babir sagte, die wichtigsten Käufer seien Touristen aus China, Besucher aus Vietnam und Gäste aus Saudi-Arabien. In diesen Ländern werde matter Bernstein in jeder Farbschattierung historisch geschätzt und meist in traditionelle regionale Stücke wie Kameen, Anhänger und Gebetsketten eingearbeitet. Die Firmen erhöhten deshalb aktiv die Produktion von Artikeln mit mattem Bernstein.
Hinter der Entwicklung steht auch die besondere Stellung des Kombinats auf dem Markt: Es stellt rund 89 Prozent der weltweiten legalen Bernsteinproduktion. 2014 wurde das Unternehmen aus dem Zuständigkeitsbereich des russischen Finanzministeriums an Rostec übertragen, 2025 kam es in die Finanzholding RT-Finance innerhalb des Konzerns. Zusätzlich wird Rohmaterial direkt an den Bernstein-Cluster geliefert. Das schnelle Hochfahren des Angebots zeigt, dass der Markt auf die neue Nachfrage nicht wartet, sondern sie bereits bedient.
