Prinz William begrüßte Prinzessin Beatrice am Wochenende vor der All Saints Church in Kemble, Gloucestershire, mit einem kurzen Kuss auf die Wange. Die Szene bei der privaten Hochzeit von Peter Phillips und Harriet Sperling setzte einen kleinen, aber aufsehenerregenden Akzent in einem Auftritt, der für Beatrice und ihre Schwester Eugenie zugleich die erste öffentliche Veranstaltung der königlichen Familie seit Weihnachten war.
Dass ausgerechnet dieser Moment so viel Aufmerksamkeit bekam, liegt auch daran, dass Beatrice und Eugenie nach einer längeren Pause wieder sichtbar waren. Beide erschienen mit ihren Ehemännern bei der Zeremonie, und ihr Wiederauftauchen wurde von Beobachtern als Zeichen dafür gelesen, dass die Familie nach schwierigen Monaten wieder enger zusammensteht. Emily Nash sagte, der Wangenkuss zeige, dass die Royals auch eine ganz normale Familie seien; sie fand es schön, die beiden nach „wirklich schwierigen sechs Monaten“ wieder so zahlreich in der Öffentlichkeit zu sehen und verwies auf die interessanten Interaktionen zwischen Beatrice, Eugenie und ihren Cousins und Cousinen.
Ganz anders fiel die Deutung von Judi James aus. Sie hielt den Kuss für einen bewusst inszenierten Schritt des Thronfolgers, der am Hochzeitstag von Peter Phillips schlechte Presse vermeiden sollte. William sei, sagte sie, ein absolut kameragewandter Royal; seine Ehe und sein Leben mit Kate seien über Jahre so geführt worden, dass kein unerbittliches Seifenopern-Gerede entstehe. Gleichzeitig sei er in der Öffentlichkeit durchaus zu authentischen, liebevollen oder verspielten Momenten fähig, auch wenn er unter Druck oft sehr kontrolliert wirke. Gerade deshalb blieb offen, ob die Geste vor der Kirche spontan war oder ob sie auch für die Kameras gedacht war.
Der größere Hintergrund ist damit klar: Beatrice und Eugenie traten nach Monaten wieder öffentlich in Erscheinung, während um die Familie weiter Fragen nach Distanz, Loyalität und öffentlicher Darstellung kreisen. Die Geste vor der Kirche beantwortet diese Fragen nicht endgültig, aber sie zeigt, wie sehr selbst ein kurzer Wangenkuss inzwischen als Botschaft gelesen wird.
