Lesen: Ezb hebt Einlagensatz auf 2,25 Prozent und sendet schärferes Signal

Ezb hebt Einlagensatz auf 2,25 Prozent und sendet schärferes Signal

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Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag ihren Einlagensatz von 2,0 Prozent auf 2,25 Prozent angehoben. Es ist die erste Zinserhöhung seit und damit eine klare Zäsur nach fast drei Jahren ohne solchen Schritt.

Für Sparer und Kreditnehmer im Euroraum kommt die Entscheidung genau jetzt, weil die Inflation im Mai auf mehr als 3 Prozent gestiegen ist. meldete für denselben Monat einen Anstieg der Waren und Dienstleistungen um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr; in Österreich lag die Teuerung laut Schnellschätzung bei 3,7 Prozent.

Die EZB in Frankfurt verfolgt mit ihrer Geldpolitik das Ziel, den Euro stabil zu halten und die Kaufkraft zu sichern. Ihr mittelfristiges Inflationsziel liegt bei 2 Prozent, und genau davon ist der Währungsraum weiter entfernt als er sein sollte. Die Notenbank erwartet im wahrscheinlichsten Szenario für dieses Jahr nun im Schnitt 3,0 Prozent Inflation, nach 1,9 Prozent, die sie im Dezember noch veranschlagt hatte. Im März hatte sie die Prognose wegen des Kriegs im Nahen Osten bereits auf 2,6 Prozent angehoben.

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Gleichzeitig dämpft die Zentralbank ihre Erwartungen für das Wachstum. Sie rechnet nun nur noch mit 0,8 Prozent für dieses Jahr und 1,2 Prozent für 2026, nachdem sie im März noch 0,9 Prozent und 1,3 Prozent erwartet hatte. Dass die EZB den Satz trotzdem erhöht, obwohl sie ihre Wachstumsprognose für die Eurozone zugleich auf 0,8 Prozent in diesem Jahr und 1,2 Prozent im nächsten senkte, zeigt den Druck, der von der Preisentwicklung ausgeht. Die Wirtschaft des Euroraums schrumpfte im ersten Quartal leicht, während Energie im Mai 10,9 Prozent teurer war als ein Jahr zuvor, Dienstleistungen 3,5 Prozent und Lebensmittel, Alkohol und Tabak 2 Prozent.

Die Notenbank hat zugleich ihre Erwartung verschoben, wann die Inflation wieder dort ankommt, wo sie nach eigener Lesart hingehört. Für 2027 sieht sie nun 2,3 Prozent, das 2-Prozent-Ziel soll erst 2028 erreicht werden. Damit bleibt der Spielraum für schnelle Entlastung bei den Finanzierungskosten begrenzt, selbst wenn die Wirtschaft schwach bleibt. befragte Ökonomen erwarten zwar eine weitere Zinserhöhung im September, doch wie die Zentralbank in den kommenden Monaten tatsächlich weiter vorgeht, ließ die Entscheidung vom Donnerstag offen.

Für den Moment setzt die EZB ein schlichtes Signal: Sie gewichtet den Schutz der Kaufkraft höher als die Sorge um das magere Wachstum. Wer auf schnell fallende Kreditzinsen gehofft hat, dürfte sich vorerst gedulden müssen.

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