In einem Werkraum eines Wohnhauses am Kalmusweg in Klagenfurt hat die Polizei am Mittwoch die Leiche eines Mannes gefunden. Der Mann war bereits tot, als ihn die Beamten entdeckten, und er wies eine große Kopfverletzung auf.
Genau deshalb läuft in dem Klagenfurter Siedlungsgebiet seit Mittwoch ein großer Polizeieinsatz. Mehrere Streifen, Spurensicherer und Hundeteams durchsuchten das Umfeld nach möglichen Waffen, während sich die Ermittler eine Frage stellen, die in solchen Fällen zuerst zählt: Ist der Mann gefallen, oder war jemand anderes beteiligt?
Der Fund am Kalmusweg zieht deshalb so viel Aufmerksamkeit auf sich, weil er nicht wie ein gewöhnlicher Todesfall behandelt wird. Für Bewohner der Gegend ist der Einsatz unübersehbar, für die Polizei ist er ein Fall für das Zusammenspiel von Sicherung, Obduktion und Tatortsuche. Die Ermittlungen übernahm das Landeskriminalamt Kärnten, das die Spur in den kommenden Stunden weiterverfolgen soll.
Wie vorsichtig die Ermittler die Lage einordnen, zeigt der Satz von Gottlieb Türk: „Wir haben den Mann dort mit einer großen Kopfverletzung tot vorgefunden“. Das schließt Fremdeinwirkung nicht aus, beweist sie aber auch noch nicht. Genau diese Lücke macht den Fall heikel, weil die Beamten zwar nach einem möglichen Tatwerkzeug suchten, bisher aber nicht feststeht, ob überhaupt eine andere Person im Spiel war.
Am Nachmittag sollte das Institut für Gerichtsmedizin eintreffen, am Mittwochabend war die gerichtliche Obduktion angesetzt. Ein vorläufiges Ergebnis wird für Donnerstag erwartet. Erst dann dürfte sich zeigen, ob die Kopfverletzung zu einem Sturz passt, zu einem Angriff oder zu etwas anderem, das sich am Fundort in der Wohnhauswerkstatt noch nicht erkennen ließ.
Ein Nachbar beschrieb den Toten als höflichen Mann, den er manchmal draußen mit einem Bier gesehen habe. „Ich habe ihn manchmal draußen gesehen, wie er Bier getrunken hat. Er war sehr höflich, hat immer gegrüßt“, sagte er. Auf die Nachricht vom Tod reagierte er nur mit: „Echt schade, was da passiert ist.“
Bis die Obduktion am Donnerstag erste Klarheit bringt, bleibt der Kern des Falls derselbe: In einer Werkstatt mitten in einem Wohnhaus wurde ein Mann mit schwerer Kopfverletzung tot gefunden, und die Ermittler müssen nun beweisen, ob daraus ein Verbrechen wird.
