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Alongshan-virus erstmals in Österreich nachgewiesen: MedUni Wien meldet Fund

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Forscher:innen der Medizinischen Universität Wien haben das Alongshan-Virus erstmals in Österreich nachgewiesen. Die am 09.06.2026 veröffentlichte Studie in zeigt, dass das Virus in heimischen Zecken nicht nur vorkommt, sondern sich offenbar seit Jahren in mehreren Regionen hält.

Warum das jetzt gesucht wird, liegt an einem Befund, der Österreich bislang fehlte: ein offizieller Nachweis des Virus in heimischen Zeckenpopulationen. Das Team um wertete rund 3000 im Jahr 2024 gesammelte Zecken, 2000 archivierte Proben aus den Jahren 2005 bis 2018 und etwa 2000 Blutproben von Patient:innen aus. Das Virus wurde in Wien, Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark und Vorarlberg gefunden, also weit breiter als ein isolierter Einzelfund vermuten ließe.

Die genetischen Analysen sprechen dafür, dass sich das Alongshan-Virus in Mitteleuropa bereits vor mindestens 20 Jahren etabliert hat. Parallel dazu fanden die Forschenden bei zwei Personen hohe ALSV-spezifische Antikörperspiegel. Das ist der stärkste Hinweis darauf, dass es auch in Österreich zu Infektionen gekommen ist, wenn auch offenbar selten.

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Genau hier bleibt die Studie vorsichtig. Das Virus wurde in Zecken nachgewiesen, in keiner der untersuchten Patient:innenproben aber direkt gefunden. Judith Aberle verwies zugleich darauf, dass zwar die ursprünglich in China beschriebene Variante mit Fieber und FSME-ähnlichen Symptomen in Verbindung gebracht wird, bei den in Europa zirkulierenden Virusvarianten aber weiter unklar ist, ob sie beim Menschen überhaupt Erkrankungen auslösen.

Für die Praxis heißt das vor allem, dass das Virus in Überwachungsprogramme und in die Diagnostik nach Zeckenstich aufgenommen werden könnte. Zeckenübertragene Virusinfektionen nehmen weltweit zu, und der österreichische Nachweis schließt eine Lücke, die bisher nur aus Deutschland, Finnland, Frankreich und der Schweiz bekannt war. Für Aberle und ihr Team ist der Fund deshalb kein Endpunkt, sondern ein Beginn: Erst groß angelegte Folgeuntersuchungen werden zeigen, wie häufig das Virus Menschen tatsächlich betrifft und ob es klinisch mehr ist als ein stiller Mitreisender in der Zecke.

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