Roland Dietrich soll bei der Lawog an die Spitze rücken, obwohl der Revisionsverband wegen seiner Doppelrolle potenzielle Interessenkonflikte sieht. Dietrich ist nicht nur Haimbuchners Büroleiter, sondern sitzt seit zwei Jahren auch im Aufsichtsrat der größten oberösterreichischen Gemeinnützigen.
Genau deshalb suchen viele den Fall rund um Manfred Haimbuchner jetzt: Der oberösterreichische Landesvize und stellvertretende FPÖ-Bundesobmann ist zugleich Wohnbaulandesrat, und in dieser Funktion geht es um die Besetzung an der Spitze eines Unternehmens, das in Linz sitzt und rund 22.000 Wohnungen verwaltet. Der STANDARD schrieb in diesem Zusammenhang von „Postenschacher bei der FPÖ: Wie Manfred Haimbuchner einen Vertrauten als Wohnbauchef durchdrücken will“.
Der Revisionsverband hat die Sache nicht einfach durchgewunken. Er stellte fest, dass sich aus der Personalie potenzielle Interessenkonflikte ergeben, und empfahl der Lawog eine rechtliche Evaluierung der Besetzung. Das ist bemerkenswert, weil Dietrich bereits mitten in der Organisation verankert ist und damit nicht von außen kommt, sondern aus dem engsten Umfeld des Landesvize in den größten gemeinnützigen Wohnbau des Landes hineinrückt.
Die Lawog gehört mehrheitlich dem Land Oberösterreich und zahlreichen Gemeinden im Bundesland. Gemeinnützige Wohnbauunternehmen sind streng reguliert und dürfen kaum Profite machen, gerade deshalb steht jede politische Einflussnahme auf Personalentscheidungen unter besonderer Beobachtung. Im Frühjahr 2025 berichteten die Oberösterreichischen Nachrichten bereits über die Empfehlung des Revisionsverbands.
Offen bleibt, ob die Lawog diese rechtliche Evaluierung tatsächlich durchgeführt hat und zu welchem Ergebnis sie kam. Genau daran hängt nun, ob Dietrichs Weg an die Spitze nur politisch heikel ist oder ob die Besetzung am Ende auch formal nicht hält.
