Der Partido Cristiano de Chile hat sich am Samstag in Santiago offiziell vorgestellt und zugleich die nötigen Unterschriften für seine Registrierung beim Servel beisammen. Damit verließ die Formation sichtbar die Phase des Sammelns und trat als Partei auf, die sich nun als konstituiert sieht.
Dass der Schritt gerade jetzt Schlagzeilen macht, liegt an der Frist, die die Gruppe in nur acht Wochen erfüllte: Seit Dezember sammelten hundert Gründer Unterschriften, am Samstag wurde die Arbeit abgeschlossen. Der Zeitpunkt ist deshalb wichtig, weil die Partei damit vom Projekt in der Gründung zu einem politischen Akteur wird, der in den Regionen bereits genügend Rückhalt nachweisen kann.
Jorge Sepúlveda, der die Partei vorläufig führt und ihr Präsident ist, sagte, der Partido Cristiano habe die Mindestanforderungen vor allem in Ñuble, Biobío und La Araucanía erreicht. Dort seien die Vorgaben des Servel erfüllt worden, um von einer Partei in Gründung zu einer konstituierten Partei zu werden. Sepúlveda sprach von Menschen, die an das Vorhaben geglaubt hätten, und betonte, man wolle mit anderen Werten und Prinzipien Einfluss auf das Land nehmen.
Die Partei tritt dabei mit einem Programm auf, das eine christliche Sicht auf die Gesellschaft verteidigt, das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod schützen will, die Familie als Kern der Gesellschaft beschreibt und Demokratie sowie Institutionen unterstützt. Sepúlveda sagte zudem, die Gruppe habe eine tiefe Überzeugung in sozialen Fragen, von der Verteidigung des Lebens und der Familie bis hin zu Sicherheit, Bildung und Gesundheit.
Genau hier liegt der Bruch, den die Neugründung nicht ganz überdecken kann. Im Februar ordnete der Servel die Auflösung von dreizehn Parteien an, darunter den Partido Social Cristiano; vor etwas mehr als vier Monaten war diese Organisation weg. Sara Concha sprach dennoch von der Kontinuität eines politischen Projekts, das Menschen Raum gegeben habe, ihre Werte zu vertreten, und Francesca Muñoz kündigte an, man werde weiter die Fahnen für Leben, Familie, Kindheit und Sicherheit hochhalten.
Der neue Name ist damit mehr als ein Etikett, aber noch kein Beweis für dauerhafte Reichweite. Was jetzt folgt, ist die eigentliche Prüfung: ob der Partido Cristiano de Chile aus den in den Regionen erreichten Mindestwerten eine landesweite Struktur macht und aus der formalen Registrierung politische Präsenz.
