Bosnien und Herzegowina nutzt das Freundschaftsspiel gegen Panama am Samstag in St. Louis als einen seiner letzten Tests vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Kapitän Edin Džeko wird dabei voraussichtlich fehlen, weil der Stab ihn nach Beschwerden aus einer jüngsten Verletzung für das Auftaktspiel gegen Kanada am 12. Juni schonen will.
Gerade deshalb suchen bosnische Fans und Beobachter jetzt nach diesem Spiel. Sergej Barbarez macht aus dem Termin mehr als einen lockeren Test: Für ihn ist Panama ein Gegner, der dem Team etwas bietet, das es in Europa kaum bekommt. Bosnien wolle gegen eine Auswahl aus einer anderen Fußballschule sehen, wie die Mannschaft auf ein anderes Tempo, andere Gewohnheiten und andere Spielweisen reagiert.
Barbarez sagte, er habe seit Jahren ein gutes Verhältnis zu Panamas Trainer Thomas Christiansen und erinnere sich an gemeinsame Duelle aus seiner Bundesliga-Zeit. Solche Verbindungen ändern aber nichts am Zweck der Partie. Bosnien und Herzegowina braucht diese Begegnung, um kurz vor der WM zu prüfen, ob die Abläufe gegen einen nicht europäischen Gegner tragen, bevor es in Gruppe B ernst wird.
Für St. Louis kommt noch ein zweiter Faktor hinzu. In der Metropolregion leben mehr als 70.000 Bosnier, und die Karten für das Spiel waren schon vor Wochen weg. Die Mannschaft reist damit in eine Stadt, die sich für diesen Abend fast wie ein Heimort anfühlen dürfte, auch wenn Barbarez die ersten beiden Tage in den USA wegen Zeitverschiebung und Wetter als schwer beschrieb, bevor sich der Kader wieder eingependelt habe.
Die eigentliche Spannung liegt aber im Verzicht auf Džeko. Bosnien will den Gegner ernst nehmen, weil der Test genau zum richtigen Zeitpunkt kommt, doch der 40 Jahre alte Stürmer soll nicht belastet werden, solange Kanada näher rückt. Ob er am Ende doch im Kader für Panama steht, ist nicht endgültig bestätigt. Sicher ist nur: Der nächste feste Termin ist das WM-Spiel gegen Kanada am 12. Juni, und dort wird Bosnien wissen müssen, wie viel es ohne seinen Kapitän schon vor dem Anpfiff gelernt hat.

