Der chilenische Peso brach am Freitag, dem 5. Juni 2026, deutlich ein und schickte den Dollar kurz nach Mittag auf 918 Peso. Gegen 12:23 Uhr lag der Kurs 21,2 Peso höher, nachdem US-Arbeitsmarktdaten weit über den Erwartungen ausgefallen waren.
Für Patricio Jaramillo war das der Moment, in dem sich die Lage im mercado cambiario schlagartig gegen Chile drehte. Er sagte, der Markt habe auf längere Zeit höhere US-Zinsen eingepreist, und ein Schwellenländer-Peso, der eng an Kupfer und den Weltzyklus gekoppelt ist, habe unter diesem Schwenk besonders gelitten. Die Daten, die das auslösten, waren klar: Im Mai kamen in den USA 172.000 neue Stellen hinzu, weit mehr als die erwarteten 88.000, und die zuvor veröffentlichten zwei Monate wurden um 93.000 Jobs nach oben revidiert.
Genau deshalb war die Bewegung so heftig. -Daten zeigten den chilenischen Peso im Tagesverlauf als schwächste Währung der Welt, während der Dollarindex um 0,6% auf 100 Punkte stieg. Gleichzeitig fiel Comex-Kupfer um 3,9% auf US$6.28 je Pfund, und genau dort liegt für Chile ein zusätzlicher Druckpunkt: Die Währung reagiert besonders empfindlich auf Rohstoffpreise und auf den globalen Risikoton.
Die U.S.-Daten waren stark, aber nicht in jeder Zeile heißer als befürchtet. Die Arbeitslosenquote blieb bei 4,3%, und die Löhne legten um 0,3% gegenüber dem Vormonat zu, also genau im Rahmen der Prognosen. Diese Mischung machte den Schock für die Märkte nicht kleiner, sondern schärfer: Ein deutlich besserer Beschäftigungsbericht reichte aus, um die Erwartung einer strafferen Fed neu zu bepreisen, während Wall Street zugleich deutlich fiel und die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen um 13,3 Basispunkte sowie die zehnjährige um 7,3 Basispunkte stieg.
Jaramillo verwies zusätzlich darauf, dass die ersten vier monatlichen Aktivitätsindikatoren in Chile kontraktiv gewesen seien und die makroökonomische Politik insgesamt restriktiv bleibe. Damit traf ein schwacher Binnenhintergrund auf einen externen Schock, der den Carry-Vorteil des Pesos rasch schrumpfen ließ. Money Markets preisten nun eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für einen Fed-Schritt um 25 Basispunkte im September ein, 70% für Oktober; falls es bis dahin nicht kommt, wird Dezember als nächster möglicher Termin gesehen.
Der nächste Prüfstein für den Mercado cambiario ist deshalb nicht der Schlusskurs dieses Tages, sondern der Inflationsbericht aus den USA und die Frage, ob die Fed die Zinsen tatsächlich schon im September, Oktober oder erst im Dezember anheben muss. James Knightley von ING schrieb, der Markt habe sich auf höhere US-Zinsen für länger eingestellt; genau diese Wette bestimmt nun, ob der Dollar auf dem Niveau um 918 Peso stehen bleibt oder ob der jüngste Sprung erst der Anfang war.

