Michel Boéri hat Monaco vor Problemen mit dem unterschriebenen Formel-1-Vertrag gewarnt, falls der versprochene terre-plein für 2027 nicht rechtzeitig fertig wird. „Sans terrains, on risque d’avoir des problèmes sur le contrat signé“, sagte er und machte damit klar, dass es nicht nur um Baufragen, sondern um die Einhaltung eines laufenden Abkommens geht.
Die Warnung fällt in eine Phase, in der die FIA ihr Engagement für Monaco gerade erst bis 2035 verlängert hat. Im September 2025 bestätigte der Verband, dass der Grand Prix nach dem 2024 geschlossenen Vertrag nun vier Jahre länger im WM-Kalender bleibt. Der Lauf rückt vom Ende Mai auf den Beginn Juni, dazu kommen Zugeständnisse bei den Werberechten und bei der Fernsehproduktion. Für Monaco ist das ein seltener Moment der Planungssicherheit — und zugleich ein Test, ob die zugesagten Arbeiten auf dem Gelände auch nachziehen.
Boéri sagte, der entscheidende Punkt sei nicht die Präsenz des Rennens, sondern die Fläche, die es absichert. „La seule façon de protéger l’avenir bien au-delà de 2035, c’est de libérer des terrains“, erklärte er. Der Vertrag verlange Investitionen und freizumachendes Land; genau deshalb sei der terre-plein wichtig, der für 2027 vorgesehen ist. Ohne diese Erweiterung, so seine Botschaft, bleibt Monaco zwar im Kalender, aber nicht automatisch auf sicherem Fundament.
Dort setzt auch der Reibungspunkt an. Boéri sagte, das Projekt liege seit einem Jahr und einem halben fest. Die FIA habe Monaco nie gebeten, Gebäude zurückzusetzen, betonte er; die wirklichen Schwierigkeiten habe er bei der monegassischen Verwaltung erlebt. Mit anderen Worten: Der Verband hat verlängert, doch die lokale Umsetzung hängt fest — und zwar ausgerechnet bei dem Teil, der laut Vertrag die Zukunft des Kurses stützen soll.
Für den Automobile Club de Monaco, die Regierung in Monaco und die Formel-1-Verantwortlichen bleibt damit eine konkrete Frage offen: Wird der terre-plein für 2027 rechtzeitig bereitstehen, oder muss Monaco eine andere Lösung finden, um die Verpflichtungen aus dem Abkommen zu erfüllen? Boéris Einschätzung ist eindeutig: Ohne frei gemachtes Land lässt sich der langfristige Schutz des Rennens nicht sichern.

