Auf der dänischen Insel Anholt hat heute die Obduktion von Buckelwal Timmy begonnen. Das Tier lag seit drei Wochen an der Küste, und das Team sollte den Kadaver am Strand öffnen, um die Todesursache zu klären.
Die Arbeit führte Charlotte Bie Thøstesen an, die dänische Naturhistorikerin und Fachchefin für Naturgeschichte beim Museum Vest in Dänemark. Mit ihr waren laut BILD-Informationen fünf bis sechs dänische Experten auf der Fähre nach Anholt unterwegs, darunter Pathologen, Tierärzte und Forscher. Die Gruppe wollte Timmy mit schweren Geräten aufschneiden und die ersten Schnitte durch die rund 20 Zentimeter dicke Haut setzen.
Gerade jetzt ist das Interesse an dem Fall groß, weil der Buckelwal nach seiner Freilassung in die Nordsee am 2. Mai gestorben sein soll. Die Obduktion soll zeigen, wie und warum das geschah, und zugleich wissenschaftliche Proben sichern. Wer bereits über den toten Wal vor Anholt berichtet hat, verweist auch auf die Frage, was aus dem Tier wird, wenn der Strand keine Ruhe mehr zulässt.
Dass der Kadaver schon drei Wochen dort liegt, macht die Untersuchung heikel. Die Verwesung war weit fortgeschritten, der Wal stand unter Druck, weil sein Körper aufgebläht war, und beim Öffnen konnten Gase und Flüssigkeiten schlagartig entweichen. Trotzdem gilt die Obduktion aus Sicht der dänischen Umweltbehörde als übliche Praxis, wenn ein großer Wal gestrandet ist, entfernt werden muss und wissenschaftlich ausgewertet werden soll.
Jane Hansen, Abteilungsleiterin bei der dänischen Umweltschutzbehörde, sagte dazu, der nächste Schritt bestehe darin, den Buckelwal eingehender zu untersuchen und Proben für Forschungszwecke zu entnehmen. Nach der Obduktion sollte Timmy in einem blauen Container von Anholt abtransportiert werden. Damit endet für den Wal am Strand von Anholt nicht nur die lange Wartezeit, sondern auch die letzte Chance, aus seinem Tod noch belastbare Antworten zu gewinnen.

