Lesen: Sozialbetrug: Leiche einer 99-Jährigen in Hauswand in Münchendorf gefunden

Sozialbetrug: Leiche einer 99-Jährigen in Hauswand in Münchendorf gefunden

Veröffentlicht
2 Min. Lesezeit
Anzeige

In in Niederösterreich ist am 28. Mai die stark verweste Leiche einer 99 Jahre alten Frau aus einer Hauswand geborgen worden. Sie hätte in wenigen Wochen ihren 100. Geburtstag gefeiert. Nun prüfen die Ermittler, ob hinter dem makaberen Fund auch Sozialbetrug steckt.

Warum der Fall jetzt so brisant ist, hängt an einer Frage, die über den Tod der Frau hinausgeht: Ist ihre Pension nach dem Ableben weiterbezahlt worden? Genau das steht im Raum, nachdem Angehörige eine Vermisstenanzeige erstattet hatten und die Suche mit Feuerwehr und Leichenspürhunden in dem Haus endete. Die Spur führte an die Front der Immobilie, dann an die Treppe hinunter zum Keller und schließlich zu der Stelle in der Wand, an der die Polizei den Leichnam fand.

Die Frau lebte in der Gemeinde mit rund 3.000 Einwohnern im Süden Niederösterreichs und hatte dort eine Zweitwohnung. Nach Angaben aus der Nachbarschaft war sie den Menschen im Ort bekannt, wurde aber seit längerer Zeit nicht mehr gesehen. Ein Nachbar sagte, der Sohn sei gelegentlich aufgetaucht, um Arbeiten am Haus zu erledigen. Diese beiläufigen Besuche bekommen nun ein anderes Gewicht, weil die Ermittler glauben, der Körper könnte dort seit Jahren gelegen haben, möglicherweise bis zu einem Jahrzehnt.

- Advertisement -

Gegen eine Gewalttat spricht zunächst die gerichtsmedizinische Obduktion: Sie ergab keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Auch derzeit gibt es keine Anzeichen für eine Beteiligung Dritter. Trotzdem halten die Ermittler an dem Verdacht auf mögliche Sozialleistungen-Betrügereien oder eine Störung der Totenruhe fest. Gerade dieser Widerspruch macht den Fall so heikel: Ein natürlicher Tod ist damit nicht automatisch ein sauberer Abschluss, wenn Zahlungen womöglich weiterliefen.

Das will den Sohn der Frau dringend sprechen, sobald er erreichbar ist; er soll seit einiger Zeit im Ausland sein. Für die Ermittler bleibt damit die entscheidende Lücke offen: Wer wusste wann von dem Tod, und wer hat die Frau in der Wand verborgen oder dort gelassen? Solange diese Fragen unbeantwortet sind, steht nicht nur ein jahrzehntelang verborgenes Todesgeschehen im Raum, sondern auch der Verdacht, dass der Staat noch Geld überwies, obwohl die Berechtigte längst tot war.

Anzeige
Diesen Artikel teilen