Bitcoin ist am Morgen unter 70.000 US-Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit dem 7. April. Gegenüber dem Niveau von mehr als 82.000 US-Dollar, das die Kryptowährung vor weniger als einem Monat noch erreicht hatte, bedeutet das ein Minus von rund 16 Prozent.
Genau deshalb suchen Anleger heute nach dem bitcoin kurs: Die Bewegung kommt nicht als kurzer Ausschlag, sondern als Fortsetzung eines Absturzes, der sich inzwischen auch in den Fonds spiegelt. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten den elften Handelstag in Folge Abflüsse. Seit der Zulassung der Produkte im Januar 2024 ist das die längste Negativserie überhaupt, nach einem bisherigen Rekord von acht Tagen im Februar 2025.
Seit dem 15. Mai wurden aus den ETFs mehr als 3,4 Milliarden US-Dollar abgezogen, im Schnitt mehr als 300 Millionen US-Dollar pro Handelstag. Die kumulierten Nettozuflüsse, die am 1. Januar 2026 noch bei 56,6 Milliarden US-Dollar lagen, sind inzwischen auf 55,2 Milliarden gefallen. Seit Jahresbeginn sind damit rund 1,4 Milliarden US-Dollar aus den Produkten abgeflossen.
Bemerkenswert ist der Kontrast zu den Märkten, die eigentlich Stärke zeigen. Der S&P 500 und der Nasdaq 100 erreichten am Montag neue Allzeithochs, und der Software-ETF IGV von BlackRock legte während der jüngsten Bitcoin-Schwäche deutlich zu. Eine Zeit lang galt die enge Verbindung zwischen Bitcoin und Softwareaktien als Erklärung für gemeinsame Kursbewegungen. Inzwischen hat sich diese Korrelation offenbar aufgelöst — zum Nachteil von Bitcoin.
Zusätzlichen Druck bekamen der Markt und die Stimmung durch mehrere Bitcoin-Treasury-Unternehmen, die so stark getroffen wurden, dass Käufe ganz gestoppt oder Bestände sogar reduziert wurden. Das macht die Schwäche breiter als nur einen ETF-Abfluss und zeigt, dass Bitcoin derzeit auch ohne fallende Aktien nachgibt. Ob sich der Kurs bei unter 70.000 US-Dollar stabilisiert, hängt nun vor allem daran, ob die Unterstützungsfaktoren aus dem Tech-Sektor noch tragen — oder ob die nächste Welle im Verkauf erst anläuft.

