Fritz Willingshofer muss für zwei Monate kürzertreten. Nach einem Traktorunfall kurz vor Ostern, bei dem er sich fünf Rippen brach, hat ihm sein Arzt verordnet, weder Blasinstrumente zu spielen noch an der Drechselbank zu arbeiten.
Dass sein Name jetzt wieder gesucht wird, hat mit einer ungewöhnlichen Kette von Gesundheitsproblemen zu tun. Der 77-Jährige erlebte in der ersten Hälfte des Jahres 2026 drei Krankenhausaufenthalte in nur drei Monaten. Zuerst kam im Februar ein milder Schlaganfall, dann folgten die Untersuchungen, bei denen Ärzte einen gutartigen Tumor in der Hirnanhangdrüse fanden.
Der Eingriff selbst war aufwendig, aber kurz: Neurochirurg Alexander Micko entfernte den Tumor im Klinikum Graz in einer dreistündigen Operation durch die Nase. Willingshofer stand schon einen Tag später wieder auf den Beinen und konnte die Klinik nach sechs Tagen verlassen. Auffällig bleibt, dass der Tumor zwar erst nach dem Schlaganfall entdeckt wurde, der Schlaganfall selbst aber keine bleibenden Schäden hinterließ.
Für einen Musiker, der fast 50 Jahre mit seiner Band verbunden war, ist die Pause mehr als nur eine Unannehmlichkeit. Willingshofer schrieb in einer Nachricht, dass ihn gleich drei extreme Fälle heruntergeholt hätten, und dankte dem Personal aller drei Krankenhäuser für die Betreuung. Was daran hängen bleibt, ist die offene Frage, wie schnell er nach dieser dritten Belastung wieder zu seinen Auftritten zurückkehrt.
Die Stoakogler wurden in den 1960er-Jahren in der Steiermark gegründet und zählten zu den erfolgreichsten Formationen ihres Genres. Mit „Steirermen san very good“ wurden sie im deutschsprachigen Raum bekannt, 2011 verabschiedeten sich die Musiker offiziell vom Ruhestand. Willingshofer blieb dem Ensemble verbunden und sagte einmal, er habe neben dem Musizieren auch Kegeln, Kartenspiele und das Drechseln für sich entdeckt.
