Wolfgang Wurm fordert für E-Autos in Österreich langfristige und verlässliche Förderungen, zugleich kritisiert er neue staatliche Belastungen für Unternehmer und Firmenwagenfahrer. Aus seiner Sicht braucht die Elektromobilität Planbarkeit statt wechselnder Anreize, gerade jetzt, wo die Regeln für gewerbliche Käufer teurer werden.
Warum das heute relevant ist, zeigt schon die Entwicklung am Markt: Wurm sagt, die E-Mobilität habe ihren Wachstumskurs 2024 fortgesetzt, mindestens jedes fünfte Fahrzeug sei inzwischen rein elektrisch unterwegs, und bei Batterie- und Plug-in-Hybriden zusammen komme bereits jedes dritte Fahrzeug auf einen Ladeanschluss. Wer heute einen Wagen für den Betrieb anschafft oder den nächsten Flottenwechsel plant, rechnet deshalb nicht mehr mit einer Nische, sondern mit einem Markt, der sich sichtbar verbreitert.
Wurm hält diesen Schub für entscheidend, weil neue Technologien nach seiner Ansicht nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen die nötige Größe erreichen. In der Praxis sieht er aber das Gegenteil: Der Staat handle mit einer kurzfristigen „Ho-Ruck-Mentalität“, um Budgetmittel zu holen, sagte er sinngemäß. Genau das treffe ausgerechnet jene Gruppe, die E-Autos im Alltag besonders oft mitträgt.
Besonders hart trifft es aus seiner Sicht Unternehmer und Dienstwagenfahrer. Wurm kritisierte die Abschaffung von Förderungen, die motorbezogene Versicherungssteuer für E-Autos bei diesen Nutzergruppen und den erhöhten Sachbezug, der zusätzlich zu Buche schlägt. Menschen, die auf der Straße parken oder in einer Mietwohnung leben, können ihr Auto ohnehin nicht einfach zu Hause laden; für sie zählt jeder finanzielle Anreiz und jede Hürde doppelt.
Damit steht ein Widerspruch im Raum: E-Mobilität wächst nach Wurms Darstellung stark und bleibt der wichtigste Hebel zur CO2-Reduktion, zugleich legt die Politik nach seiner Einschätzung ausgerechnet dort die schwersten Lasten auf, wo der Umstieg erst noch breiter werden muss. Das ist mehr als ein Streit um Fördertöpfe. Es entscheidet auch darüber, ob Firmen und Flotten den Wechsel beschleunigen oder die Anschaffung wieder zurückstellen.
Österreich verfügt entlang der Hauptverkehrsachsen zwar schon über ein breit entwickeltes und leistungsfähiges Ladenetz, doch in den großen Städten, vor allem in Wien, sieht Wurm weiter Nachholbedarf. Für 2026 stellt die Volkswagen Group fünf neue BEVs in Aussicht, unter anderem von CUPRA, VW und SKODA, mit einem Einstiegspreis von rund 25.000 Euro. Ob solche Modelle den Markt wirklich breiter machen, hängt nun auch davon ab, ob die höheren Belastungen für Firmenwagen und Unternehmer den Kaufimpuls bremsen oder die günstigeren Preise ihn auffangen.
