Ende Mai 2026 waren im Bezirk Zwettl 451 Personen beim AMS arbeitslos vorgemerkt. Das waren 30 weniger als im Mai 2025 und entspricht einem Rückgang um 6,2 Prozent.
Die Zahl rückt genau jetzt in den Blick, weil Zwettl damit zu jenen sechs Arbeitsmarktbezirken in Niederösterreich gehört, in denen die Arbeitslosigkeit zuletzt gesunken ist, während sie landesweit um 4,9 Prozent gestiegen ist. Für den Bezirk ist das eine gegenläufige Entwicklung, die in einer angespannten Lage auffällt.
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei den Jüngeren aus. Bei den unter 25-Jährigen sank die Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich um 25,8 Prozent auf 49 Personen. Auch bei den über 50-Jährigen ging sie zurück, und zwar um 4,8 Prozent. Seit Jahresbeginn konnten zudem 237 Jugendliche unter 25 Jahren ihre Vormerkung beim AMS Zwettl durch die Aufnahme einer Beschäftigung beenden, bei den 55-plus-Arbeitsuchenden gelang in den ersten fünf Monaten 171 Menschen der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt.
Das ist nicht nur eine Zahl für die Statistik, sondern auch ein Hinweis darauf, wie stark Vermittlung und Kontaktpflege derzeit zählen. Zwischen 13. April und 15. Mai 2026 waren die Beraterinnen und Berater des Service für Unternehmen im Rahmen der niederösterreichweiten Business-Tour unterwegs. Im Bezirk Zwettl wurden dabei 38 Betriebskontakte durchgeführt und 118 zusätzliche Stellen- und Personalanforderungen gewonnen.
Gerade diese Gespräche treffen auf einen Markt, der nicht frei von Widersprüchen ist. Zwar sinkt die Arbeitslosigkeit in Zwettl, doch die Zahl der sofort verfügbaren offenen Stellen lag mit 328 um 22,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig waren Ende Mai 62 sofort verfügbare Lehrstellen gemeldet, während nur sieben Lehrstellensuchende vorgemerkt waren.
Stefan Waldhäusl verweist in diesem Zusammenhang auf vorausschauende Personalstrategien und auf die gezielte Einbindung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Für das AMS Zwettl bleibt damit klar, worauf die nächsten Monate hinauslaufen: auf intensive Vermittlung, individuelle Beratung und gezielte Qualifizierung, während sich erst zeigen wird, ob die betriebliche Nachfrage nachzieht oder der Rückgang offener Stellen die Lage weiter bremst.
