Lesen: Baumgartner bleibt Maßstab: Undavs Drei-Punkte-Abend ändert wenig

Baumgartner bleibt Maßstab: Undavs Drei-Punkte-Abend ändert wenig

Veröffentlicht
3 Min. Lesezeit
Anzeige

hat am Sonntagabend in Mainz gegen Finland zwei Tore erzielt und eine Vorlage geliefert, doch an der Spitze von Deutschlands Angriff rückt er damit noch nicht automatisch an vorbei. Der 29-Jährige war der auffälligste Mann des Abends, aber die Hierarchie im Sturm bleibt vorerst unverändert.

Gerade jetzt wird sein Name gesucht, weil diese Leistung unmittelbar vor der weiteren WM-Vorbereitung kam und die Frage verschärft, ob Undav mehr sein kann als eine starke Alternative. Dazu kam ein kleiner Schreck: Nach etwas mehr als einer Stunde musste er raus, später beschrieb er die Verletzung als die „untere Arschbacke“ und sagte, das werde in ein paar Tagen vorbei sein.

sprach danach mit deutlicher Anerkennung über den Stürmer. Undav sei immer gefährlich gewesen und habe in der Box gute Situationen gehabt, sagte der Bundestrainer sinngemäß. Mit zwei Toren und einer Vorlage spiele man sich nie aus der Mannschaft, fügte er hinzu. Gleichzeitig blieb seine grundsätzliche Linie stehen: Havertz ist weiter als Starter eingeplant, weil Deutschland Spieler brauche, die das Ding über die Linie drücken.

- Advertisement -

Genau darin liegt die eigentliche Nachricht dieses Abends. Undav hat geliefert, und zwar so klar, dass seine Rolle als Scorer für Deutschland nicht mehr übersehen werden kann. Aber Nagelsmann bewertet nicht nur die Statistik eines einzelnen Spiels. Er verweist auf die Bedeutung von Havertz, auf dessen Arbeit gegen den Ball und auf die Kopfballstärke, die für die Balance der Mannschaft wichtig bleibt. Ein starker Auftritt reicht also nicht, um die vorherige Planung umzustoßen.

Auch von außen kam Zustimmung für den Weg des 29-Jährigen. sagte, ihn habe in den vergangenen Monaten besonders das Verhältnis zwischen Nagelsmann und Undav beeindruckt. Der frühere Nationalspieler hob hervor, dass Undav Unruhe wegstecke und darüber lache, und dass seine Tore und Vorlagen für sich sprächen. Das passt zu dem Satz, den Undav selbst am Sonntag fallen ließ: „Egal, wer spielt, der hat es verdient.“

Offen bleibt damit vor allem eine praktische Frage, die über den Abend in Mainz hinausgeht: Kann Undav in der Hitze von Houston wirklich 90 Minuten gehen, wenn Deutschland ihn brauchen sollte? Schon Ende März hatte Nagelsmann daran gezweifelt. Eine belastbare Antwort dürfte erst nach der Ankunft der Mannschaft in Winston-Salem, North Carolina, kommen. Bis dahin hat Undav seinen Wert gezeigt, aber Havertz bleibt der Mann, an dem sich die Startelf orientiert.

Anzeige
Diesen Artikel teilen