Ein aktueller Faktencheck stellt klar: Pflanzliche Drinks sind ernährungsphysiologisch kein gleichwertiger Ersatz für Kuhmilch. Gerade bei Hafer-, Soja- oder Mandel-Drinks ist das für Eltern wichtig, die Milchprodukte meiden wollen und trotzdem eine verlässliche Versorgung für ihre Kinder suchen.
Warum das jetzt viele beschäftigt, zeigt sich schon im Supermarktregal. Pflanzendrinks werden oft als gesündere Alternative wahrgenommen, doch genau darin liegt der Trugschluss. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung stecken in Milch und Milchprodukten von Natur aus hochwertiges Protein, Kalzium, Vitamine und Jod. Diese Nährstoffe bringen pflanzliche Varianten häufig nur dann mit, wenn sie künstlich zugesetzt wurden.
Besonders deutlich wird der Unterschied bei den Nährstoffen, auf die junge Kinder angewiesen sind. Wissenschaftler betonen, dass Kleinkinder eine verlässliche Zufuhr von Calcium, Jod, Vitamin B2 und Vitamin B12 brauchen. Pflanzliche Getränke liefern diese Stoffe von sich aus aber kaum. Das Netzwerk „Gesund ins Leben“, das vom Bundesernährungsministerium ins Leben gerufen wurde, zieht daraus eine klare Linie: Pflanzendrinks sind kein gleichwertiger Ersatz für Kuhmilch.
Auch die Bio-Regeln sprechen nicht für ein einfaches Gleichziehen der Produkte. Nach der EU-Öko-Verordnung 2018/848 dürfen Vitamine und Mineralstoffe nur zugesetzt werden, wenn ein Gesetz das verlangt. Für pflanzliche Milch-Ersatzprodukte gibt es eine solche Vorschrift nicht. In Bio-Drinks fehlen diese essenziellen Stoffe deshalb oft. Einige Hersteller setzen zwar kalziumhaltige Bio-Algen ein, doch diese Lösung gilt juristisch als höchst fragwürdig.
Hinzu kommt ein Punkt, den viele beim Griff zur Pflanzenalternative übersehen. Viele dieser Drinks basieren auf deklarationspflichtigen Allergenen wie Soja, Nüssen, Gluten/Hafer oder Lupinen. Selbst Hinweise wie „Spuren von“ geben keine sichere Entwarnung, weil über Produktionsanlagen unbeabsichtigte Verunreinigungen in die Getränke gelangen können. Für Menschen mit Allergien kann der vermeintlich einfache Tausch deshalb zusätzliche Risiken bringen.
Was bisher fehlt, sind belastbare Daten zu den Folgen über Jahre hinweg. Forscher des Max Rubner-Instituts für Ernährung und Lebensmittel sagen, dass die Langzeitfolgen für Wachstum und Gesundheit kaum erforscht sind. Vergleichsstudien legen zwar nahe, dass ein hoher Konsum von Pflanzen-Drinks in jungen Jahren gesundheitliche Probleme begünstigen könnte. Genau deshalb raten Fachleute Eltern, die auf Milchprodukte verzichten wollen, zu einer qualifizierten Ernährungsberatung statt zu einem schnellen Ersatz aus dem Kühlregal.
