Der DAX hat sich am Freitag über der Marke von 25.000 Punkten behauptet und dürfte zunächst auch darüber eröffnen. Damit verteidigt der deutsche Leitindex ein Niveau, das zum Start in die Woche am Feiertag bereits beherzt überschritten worden war.
Für Anleger ist das mehr als eine runde Zahl. Der Index bleibt trotz geopolitischer Wirrungen im Nahen Osten stabil, während die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zu einer erneuten Feuerpause von 60 Tagen geführt haben. Gleichzeitig sind die Ölpreise leicht zurückgekommen, nachdem das längere Zeit erhöhte Preisniveau bereits Spuren bei den Inflationsentwicklungen hinterlassen dürfte. Heute richten sich die Blicke zudem auf die europäischen Verbraucherpreise, die US-Handelsbilanz und den US-Einkaufsmanagerindex. In diesem Umfeld bleibt der DAX über 25.000 Punkten ein Orientierungspunkt vor dem Wochenende.
Auch der Handel mit Einzelwerten zeigt, wohin die Reise vorerst geht: Siemens Energy und Infineon führten vorbörslich die Gewinnerliste an, womit der Fokus erneut auf dem KI-Thema und den Halbleiterwerten liegt. Das passt zum Bild aus Asien, wo der japanische Nikkei und der koreanische Kospi neue Rekorde erreichten. Technisch könnte sich der DAX heute zwischen 25.100 und 25.400 Punkten bewegen; ein Sprung auf die bisherigen Rekordkurse gilt vor dem Wochenende eher nicht als wahrscheinlich. Gerade deshalb wirkt die Marke von 25.000 Punkten im Moment weniger wie ein Zwischenhalt als wie ein Kurs, an dem sich die Stimmung misst.
Der eigentliche Härtetest liegt damit nicht im heutigen Handelsstart, sondern darin, ob die neue Feuerpause belastbar bleibt und die anstehenden Daten den jüngsten Rückgang der Ölpreise bestätigen oder wieder drehen. Erst dann zeigt sich, ob der DAX über 25.000 Punkten nur durchgehalten hat oder ob daraus mehr wird.

