Ende Mai 2026 schließt Chile den Monat mit einer seltenen Himmelskombination ab: einer Luna Azul, die zugleich eine Microluna ist und in der Nacht vom 30. auf den 31. Mai fast voll zu sehen sein wird. Die exakte Phase tritt am Sonntag, 31. Mai 2026, gegen 04:45 Uhr ET ein, doch schon in beiden Nächten wirkt der Mond praktisch rund.
Dass gerade jetzt so viele nach der Luna suchen, hat mit dem engen Kalenderfenster zu tun. Die erste Vollmondphase fiel auf den 1. Mai 2026, und die zweite folgt noch im selben Monat. Eine Luna Azul ist deshalb keine Ausnahme wegen ihrer Farbe, sondern wegen ihres Platzes im Kalender: Sie bezeichnet den zweiten Vollmond eines Monats, nicht einen Mond, der sich blau färbt.
Genau darin liegt der Reiz dieses Ereignisses. Die Luna Azul wird nicht blau aussehen, auch wenn der Name das nahelegt. Nur in sehr besonderen Fällen kann der Mond durch Rauch- oder Staubpartikel in der Atmosphäre tatsächlich blau wirken. Hier geht es aber um etwas anderes: um einen Mond, dessen Bezeichnung aus der Zeitrechnung stammt und nicht aus der Farbpalette des Himmels.
Hinzu kommt, dass es sich um die kleinste Vollmondphase des Jahres 2026 handelt. Die Luna steht dabei mehr als 406.000 Kilometer von der Erde entfernt und erreicht damit das Apogäum in ihrer elliptischen Bahn. Eine Microluna entsteht genau dann, wenn ein Vollmond mit dieser großen Distanz zusammenfällt. Für die meisten Menschen wird der Unterschied kaum auffallen; die Helligkeit liegt voraussichtlich rund 7 Prozent unter dem Durchschnitt eines Vollmonds.
Wer in Chile in diesen Stunden nach oben schaut, bekommt außerdem noch einen zweiten Orientierungspunkt. Der Mond erscheint nahe Antares, einem der hellsten Sterne im Sternbild Skorpion, der wegen seines rötlichen Tons leicht zu erkennen ist und den Spitznamen „Herz des Skorpions“ trägt. Die Nähe dürfte dem Himmel in jener Nacht zusätzlichen Reiz geben, auch wenn offen bleibt, von welchen Orten in Chile aus sie am besten zu sehen sein wird.
Das macht den Zeitraum vom 30. bis zum 31. Mai 2026 zum eigentlichen Fenster für Beobachter: zwei Nächte, ein fast voller Mond und eine Begegnung mit Antares, die den Vollmond nicht größer, aber auffälliger wirken lässt. Wer das Ereignis verfolgen will, sollte sich die frühe Morgenstunde am 31. Mai merken; dann steht die Luna Azul am dichtesten an dem Zeitpunkt, an dem sie ihren zweiten Vollmond im selben Monat erreicht.
