Eine russische Drohne hat in der Nacht auf Freitag in Galați nahe der Grenze zur Ukraine ein Wohngebäude getroffen und zwei Menschen verletzt. Der Einschlag brachte den Krieg in der Ukraine direkt auf rumänisches Gebiet und löste noch am selben Tag eine Kette von Reaktionen in Bukarest, Brüssel und Moskau aus.
Die rumänische Verteidigung teilte mit, die Drohne habe ein Wohnhaus getroffen, und machte Russland für den Vorfall voll verantwortlich. Präsident Nicosur Dan berief den Nationalen Verteidigungsrat ein, um „angemessene“ Schritte zu beraten, und die Regierung sprach von einer „schwere und unverantwortliche Eskalation“.
Dass der Vorfall sofort diplomatisches Gewicht bekam, lag auch an seiner zeitlichen Nähe: Am Freitag drückten sich die Folgen nicht nur in verletzten Zivilisten aus, sondern in der Frage, wie weit NATO-Garantien an der Ostflanke tatsächlich reichen. NATO-Generalsekretär Mark Rutte sagte, das Bündnis sei bereit, „jeden Zentimeter des Bündnisgebiets zu verteidigen“.
Genau an diesem Punkt prallten die Deutungen aufeinander. Russland wies die Vorwürfe zurück und verwies auf angeblich fehlende Beweise; Wladimir Putin sagte in Astana, niemand könne vor einer Prüfung sagen, woher ein Fluggerät stamme. Auf NATO-Seite klang es völlig anders: Der SHAPE-Sprecher Martin O'Donnell sagte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag, die Drohne sei „russisch“.
Für Rumänien blieb es nicht bei Worten. Bukarest rief den russischen Botschafter ins Außenministerium, wies den russischen Konsul in Constanta aus und schloss das Konsulat dort. Zugleich bat das Land die NATO-Verbündeten um zusätzliche Anti-Drohnen-Ressourcen, darunter Radar für niedrige Flughöhen und Abfangdrohnen.
Die offene Frage ist nun, wie schnell daraus konkrete Schutzmaßnahmen werden. Luftverletzungen des rumänischen Luftraums sind seit Beginn des Ukraine-Kriegs so häufig geworden, dass die Armee inzwischen feindliche Drohnen abschießen darf. Auf die Schließung des Konsulats in Constanta kündigte das russische Außenministerium bereits eine rasche Antwort an, während NATO über weitere defensive Schritte nachdenkt.

