Chile hat die erste technische und Emissionsprüfung für neue homologierte Fahrzeuge hinausgeschoben. Mit dem Decreto No. 104 gilt für die erste Kontrolle künftig ein Fenster von 36 bis 48 Monaten ab der Ausstellung des Individual Homologation Certificate, statt wie bisher 24 bis 36 Monate nach dem Kauf.
Genau deshalb wird die Regelung heute so aufmerksam gelesen: Das Ministerio de Transportes y Telecomunicaciones hat die Frist für Neuwagen mit Homologationszertifikat verlängert und damit den Zeitpunkt der ersten Prüfung für Fahrer im ganzen Land verschoben. Wer ein neues Auto gekauft hat, muss also nicht mehr nach zwei bis drei Jahren vorfahren, sondern erst nach drei bis vier Jahren.
Das Dekret 104 ändert eine seit 1997 geltende Vorschrift, die die Bedingungen für die Ausstellung und die Merkmale der Individual-Homologationszertifikate festlegt. Nach Angaben des Ministeriums soll Chile damit an die Standards der Europäischen Union angeglichen werden. Dort liegt die erste technische Prüfung in der Regel bei vier Jahren. Die Regierung verweist außerdem darauf, dass die heutigen Fahrzeuge im chilenischen Bestand hohe internationale Sicherheits- und Emissionsstandards erfüllen.
Der Schritt ist als Sicherheits- und Standardaktualisierung formuliert, doch der Text selbst liefert eine andere Begründung mit: Die ersten Zurückweisungen neuer Autos betrafen demnach meist nur sichtbare Punkte wie Lichtanlagen oder ästhetische Details, nicht gravierende mechanische Defekte. Genau das macht die neue Frist politisch und praktisch interessant. Sie entlastet Prüfstätten, verschiebt aber auch eine Kontrolle nach hinten, die bisher oft vor allem formale Mängel sichtbar machte.
Für Besitzer neuer Fahrzeuge mit einem Individual Homologation Certificate ist die Botschaft klar: Die erste Inspektion rückt später, und zwar deutlich. Was offen bleibt, ist der Zeitpunkt, ab dem die neue Regel tatsächlich für Fahrzeughalter greift. Das Dekret nennt die neue Frist, nicht aber den Starttag für ihre Anwendung.
